Warmwasser-Wärmepumpe: Kosten, Stromverbrauch, Vor- und Nachteile
Warmwasser spielt im Alltag eine zentrale Rolle, ob für Duschen, Baden, Spülen oder Waschen. Gleichzeitig verursacht es einen erheblichen Teil des Energieverbrauchs – mit rund 15 Prozent sogar mehr als der durchschnittliche Stromverbrauch.
Steigende Energiepreise und Effizienzdruck machen Warmwasser-Wärmepumpen für viele Hausbesitzer interessant. Der folgende Beitrag informiert Sie über Funktionsweise und Einsatzbereich von Brauchwasser-Wärmepumpen, mögliche Systemkombinationen, die Vor- und Nachteile sowie das Wichtigste rund um Kosten und Fördermöglichkeiten.
Inhalt
Was ist eine Warmwasser-Wärmepumpe?
Funktionsweise und Einsatzbereiche der Brauchwasser-Wärmepumpe
Vorteile und Nachteile der Warmwasser-Wärmepumpe
Lohnt sich die Warmwasser-Wärmepumpe? Stromverbrauch, Kosten und Wirtschaftlichkeit
Für wen eignen sich Warmwasser-Wärmepumpen?
Was ist eine Warmwasser-Wärmepumpe?
Eine Warmwasser-Wärmepumpe – auch Brauchwasser-Wärmepumpe oder Brauchwarmwasser-Wärmepumpe genannt – ist speziell auf die effiziente und nachhaltige Trinkwassererwärmung ausgelegt. Sie zählt zu den sparsamsten Methoden, um Wasser zum Duschen, Baden oder Waschen zu erhitzen.
Die Geräte nutzen dazu vorhandene Wärmequellen wie Umgebungsluft, warme Keller- und Hauswirtschaftsräume oder die Abluft einer Lüftungsanlage. Diese Luft wird angesaugt, verdichtet und anschließend genutzt, um das Wasser im integrierten Speicher auf Temperatur zu bringen.
Das Funktionsprinzip entspricht dem anderer Wärmepumpenarten – mit einem entscheidenden Unterschied: Eine Warmwasser-Lösung mit Wärmepumpe ist ausschließlich für die Trinkwasserbereitung zuständig und ersetzt nicht das Heizsystem, lässt sich jedoch ideal in bestehende Heizkonzepte integrieren.
Besonders wirtschaftlich ist die Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage; überschüssiger Solarstrom kann fast kostenfrei genutzt werden. Modelle mit SG-ready-Kennzeichnung sind speziell für die Kombination mit PV-Anlagen ausgelegt.
Weitere Informationen zur Funktionsweise von Wärmepumpen finden Sie unter Die Funktion einer Wärmepumpe - einfach erklärt.
Welche anderen Wärmepumpen-Systeme gibt es?
Neben Warmwasser-Wärmepumpen gibt es Wärmepumpenarten, die für die Raumheizung genutzt werden. Einen Überblick über die wichtigsten Systeme finden Sie hier:
Einige Wärmepumpen können nicht nur heizen und Warmwasser erzeugen, sondern durch Umkehr des Kältemittelkreises auch zum Kühlen genutzt werden. Das ist besonders in den warmen Sommermonaten eine komfortable Zusatzfunktion.
Funktionsweise und Einsatzbereiche der Brauchwasser-Wärmepumpe
Die Funktionsweise einer Warmwasser-Wärmepumpe basiert auf dem Prinzip des Wärmetransfers über ein Kältemittel: Ein Ventilator saugt Luft aus der Umgebung an, die ihre Wärme an das Kältemittel abgibt. Dieses verdampft daraufhin, wird vom Kompressor verdichtet und dadurch erhitzt. Die erzeugte Wärme wird anschließend über einen Wärmetauscher an das Wasser im Speicher abgegeben. Nachdem das Kältemittel kondensiert und abgekühlt ist, beginnt der Kreislauf von Neuem.
Auf diese Weise wird das Wasser im Speicher effizient erhitzt. Besonders leistungsstarke Modelle erreichen Temperaturen von bis zu 65 °C, während andere Systeme das Wasser auf 45 bis 55 °C erwärmen. Ein integrierter Heizstab sorgt dann in regelmäßigen Abständen dafür, dass das Wasser auf 60 °C gebracht wird, um Keime und Legionellen abzutöten. Die gespeicherte Wärme bleibt über mehrere Stunden nahezu konstant verfügbar.
Für diesen Prozess benötigt die Wärmepumpe lediglich Strom für Ventilator und Kompressor, was sie besonders effizient macht. Die Luft wird während des Prozesses abgekühlt und entfeuchtet – gerade in Keller- oder Hauswirtschaftsräumen ist das von Vorteil. Üblicherweise arbeiten Warmwasser-Wärmepumpen zuverlässig bei Zulufttemperaturen zwischen +5 und +35 °C.
Je nachdem, woher die Warmwasser-Wärmepumpe die Außenwärme bezieht, lassen sich drei Haupttypen unterscheiden:
- Umluftgeräte: Diese Systeme entnehmen die Wärme direkt dem Aufstellraum. Besonders effizient sind sie in warmen Kellern oder Räumen, in denen Heizungsanlagen, Abwärmequellen oder Hausgeräte wie Trockner oder Gefriertruhen stehen. Sie senken die Raumtemperatur um 2 bis 4 °C ab und reduzieren zugleich die Luftfeuchtigkeit – und damit die Gefahr von Schimmel.
- Abluftgeräte: Diese Geräte nutzen warme Abluft aus der Wohnraumlüftung oder aus Räumen wie Küche und Bad. Die Wärmepumpe ist dabei an das bestehende Luftverteilsystem gekoppelt. Die nach der Wassererwärmung abgekühlte Abluft wird ins Freie abgegeben. In energieeffizienten Neubauten sind Abluft-Warmwasser-Wärmepumpen oft eine ressourcenschonende Wahl.
- Außenluftgeräte: Solche Systeme stehen entweder komplett außen oder nutzen über Luftkanäle Außenluft. Sie sind flexibel in der Aufstellung, aber stärker von den Jahreszeiten abhängig – im Winter ist die Luft kühler. Moderne Modelle arbeiten jedoch auch bei niedrigen Außentemperaturen effizient.
Um die Warmwasserversorgung jederzeit sicherzustellen, verfügen Warmwasser-Wärmepumpen in der Regel über einen integrierten Heizstab, der bei Bedarf zugeschaltet werden kann. Zusätzlich lassen sich viele Geräte mit einer bestehenden Heizungsanlage kombinieren, die das Wasser bei sehr niedrigen Temperaturen unterstützt (sogenannter bivalenter Betrieb).
Wo lässt sich die Brauchwasser-Wärmepumpe am besten aufstellen?
Eine Warmwasser-Wärmepumpe ist kompakt wie ein Kühlschrank und beansprucht wenig Platz. Der Untergrund sollte eine Traglast von etwa 500 kg bewältigen können. Die Wärmepumpe erzeugt keine Schadstoffe, sodass kein Schornstein erforderlich ist. Das Gerät wird an die Steckdose angeschlossen und mit Kalt- und Warmwasserleitung verbunden.
Je nach Leistung der Wärmepumpe sollte der Raum eine Mindestraumgröße von 10 bis 12 m² haben. Die Effizienz, mit der die Wärmepumpe die gewünschte Warmwasser-Temperatur erreicht, hängt stark von der Lufttemperatur ab: je wärmer die Luft, desto höher die Effizienz. Besonders ideal ist der Betrieb in Räumen, die ohnehin Wärmeüberschüsse erzeugen, etwa durch Heizungsanlagen oder Waschmaschinen.
Viele Erfahrungen mit Warmwasser-Wärmepumpen zeigen, dass sich Brauchwasser-Wärmepumpen in den meisten Situationen einfach integrieren lassen – sowohl beim Ersatz eines Elektroboilers als auch als Entlastung für Gas- oder Ölheizungen.
Vorteile und Nachteile der Warmwasser-Wärmepumpe
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Hohe Effizienz: Nutzt vorhandene Wärme und ist sparsamer als Elektroboiler | Schwankender Strombedarf: Hängt von Lufttemperatur und Warmwasserverbrauch ab |
| Kurze Amortisationszeit: Niedrige Investitions- und Betriebskosten | Begrenztes Warmwasser bei hohem Verbrauch: Speicher muss erst nachheizen |
| PV-Strom nutzbar: Warmwasser kann nahezu kostenfrei produziert werden | Verbrauchsvariationen: Höherer Stromverbrauch bei viel Warmwasser oder kühlem Aufstellraum |
| Einfache Nachrüstung: Keine großen Eingriffe ins Heizsystem nötig | Elektrischer Heizstab benötigt bei sehr hohen Wassertemperaturen |
| Kombinierbar mit allen Heizsystemen, z. B. Öl- oder Gasheizung | Ökobilanz abhängig von Stromquelle (am besten PV oder Ökostrom) |
| Entfeuchtet den Aufstellraum und schützt vor Schimmel | |
| Heizkesselabschaltung im Sommer möglich | |
| Umweltfreundlich und emissionsarm: Keine Verbrennung, keine CO₂-Emissionen |
Die Nachteile sind jedoch in vielen Fällen gut beherrschbar, besonders wenn Aufstellort und Betriebsweise sorgfältig geplant werden.
Lohnt sich die Warmwasser-Wärmepumpe? Stromverbrauch, Kosten und Wirtschaftlichkeit
Wer über die Anschaffung einer Warmwasser-Wärmepumpe nachdenkt, sollte sich zunächst über die Kosten, den Energiebedarf und den Pflegeaufwand der Geräte informieren.
Was kostet eine Warmwasser-Wärmepumpe?
Die Kosten einer Warmwasser-Wärmepumpe unterscheiden sich je nach Modell und Ausstattung – beispielsweise mit Photovoltaik-Anschluss. Durchschnittlich belaufen sich die Anschaffungskosten auf 1.500 bis 4.000 Euro, ggf. kommen zusätzliche Aufwendungen für Lieferung und Installation hinzu.
Während andere Wärmepumpen-Systeme hohe Investitionen verursachen können, ist die Installation hier unkomplizierter, da keine Fußbodenheizung oder Heizkörperanpassung notwendig sind. Zusätzliches Plus: die lange Lebensdauer. Sie beträgt bei einer Warmwasser-Wärmepumpe 15 bis 20 Jahre.
Wartungskosten
Grundsätzlich gelten Warmwasser-Wärmepumpen als wartungsarm. Lediglich die Filter der Luftansaugung müssen etwa alle zwei Jahre überprüft und gereinigt werden.
So viel Strom verbraucht eine Warmwasser-Wärmepumpe
Der Stromverbrauch einer Warmwasser-Wärmepumpe richtet sich vor allem nach der benötigten Warmwassermenge und der gewünschten Temperatur. Je mehr Wasser erhitzt wird, desto höher fällt der Energiebedarf aus.
Eine zentrale Kennzahl ist die Jahresarbeitszahl JAZ: Sie beschreibt das Verhältnis zwischen erzeugter Wärme und eingesetztem Strom – ein höherer Wert bedeutet mehr Effizienz. Warmwasser-Wärmepumpen haben in der Regel eine JAZ von 2,0 bis 3,0. Damit erzeugen sie im Jahresmittel zwei- bis dreimal so viel Energie, wie sie verbrauchen – ein erheblicher Vorteil gegenüber Elektroboilern. Der Warmwasser-Wärmepumpen-Stromverbrauch pro Tag liegt, je nach Nutzerprofil, im Bereich weniger Kilowattstunden.
Konkret hängt der Stromverbrauch von folgenden Faktoren ab:
- Lufttemperatur
- Gewünschte Wassertemperatur
- Nutzerverhalten (z. B. Duschdauer, Badewannenfüllungen)
- Effizienz des Geräts (JAZ)
- Speichervolumen des Geräts
- Zuschaltungen des elektrischen Heizstabs
- Kombination mit PV
Praxisbeispiel:
Der durchschnittliche Energiebedarf für die Warmwasserbereitung liegt in einem Vier-Personen-Haushalt bei etwa 2.400 kWh pro Jahr. Dank einer Warmwasser-Wärmepumpe mit einer JAZ von 3 muss nur etwa ein Drittel davon aus dem Stromnetz bezogen werden, der Rest wird aus der Umgebungsluft gewonnen. Das entspricht einem jährlichen Stromverbrauch von etwa 800 kWh (2.400 kWh ÷ 3). Bei einem typischen Strompreis von 0,32 Euro/kWh ergeben sich Kosten von rund 256 Euro pro Jahr für die Warmwasserbereitung.
Wie wirtschaftlich arbeitet eine Brauchwasser-WP und wann amortisiert sie sich?
Besonders beim Ersatz eines Elektroboilers sind die Amortisationszeiten mit zwei bis fünf Jahren sehr kurz. Auch im Vergleich zu Gas lohnt sich das System, da Gaspreise stark schwanken, während Wärmepumpen in der Regel stabil günstiger arbeiten. Besonders beliebt ist es, die Brauchwasser-Wärmepumpe mit einer Ölheizung zu kombinieren, weil der Ölkessel dann nur noch zur Raumheizung läuft und im Sommer abgeschaltet bleiben kann. Das spart Brennstoff, reduziert Emissionen und verlängert die Lebensdauer der Anlage.
Für wen eignen sich Warmwasser-Wärmepumpen?
Für wen lohnt sich eine Warmwasser-Wärmepumpe? Grundsätzlich für alle Haushalte, die Warmwasser effizient und kostensparend erzeugen möchten. Besonders vorteilhaft ist die Technologie für Eigenheimbesitzer, die ihre Energiekosten senken und gleichzeitig ihren Autarkiegrad erhöhen möchten. Doch auch in Mehrfamilienhäusern, kleineren Gewerbebetrieben oder energieeffizienten Neubauten kann sich der Einsatz auszahlen.
Ob sich eine Warmwasser-Wärmepumpe wirtschaftlich rechnet, hängt vor allem von den Anschaffungskosten, dem bisherigen Heizsystem, der zur Verfügung stehenden Umgebungswärme sowie dem individuellen Nutzungsverhalten ab. Besonders gute Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Betrieb bestehen in folgenden Fällen:
- Warme Keller- bzw. Hauswirtschaftsräume
- Bestandsbauten, in denen ein Elektroboiler ersetzt werden soll
- Öl- oder Gasheizungen, die entlastet werden sollen
- Gebäude, in denen eine Modernisierung der Heizung geplant ist, das Warmwasser aber separat erzeugt werden soll
- Betrieb in Kombination mit einer Photovoltaikanlage
Was die Umweltverträglichkeit angeht, überzeugt eine Brauchwasserwärmepumpe immer – vor allem in Verbindung mit Ökostrom oder eigenem Solarstrom. Zudem verringert sie die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und schützt langfristig vor steigenden Energiepreisen.
Förderung und nächste Schritte
Warmwasser-Wärmepumpen erhalten momentan keine direkte staatliche Förderung. Indirekte Zuschüsse sind aber möglich – etwa wenn sie als Teil einer förderfähigen Heizungsmodernisierung eingebunden werden. Die genauen Bedingungen unterscheiden sich je nach Gebäudetyp und Effizienzvorgaben. Zusätzlich können gut kombinierbare Technologien wie Photovoltaik oder Solarthermie von Förderprogrammen profitieren.
Lassen Sie sich beraten, um eine passende Lösung für Ihren Bedarf zu finden.
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Fazit
Warmwasser-Wärmepumpen sind eine äußerst effiziente und kostengünstige Möglichkeit, Warmwasser im Haushalt zu erzeugen. Sie bieten ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis, kurze Amortisationszeiten, hohe Effizienz und Flexibilität in der Einbindung.
Als Alternative zu Elektroboilern und Gasthermen sind sie den konventionellen Systemen in den meisten Fällen überlegen. Mit Photovoltaik arbeiten sie nahezu kostenlos und tragen deutlich zur Energieautarkie bei. Für Haushalte jeder Größe ist eine Wärmepumpe für Warmwasser eine der sinnvollsten Investitionen im Bereich der Haustechnik.
Gehen Sie jetzt die nächsten Schritte an: Prüfen Sie Zuschüsse, holen Sie Angebote ein und nutzen Sie Fachberatungen.
FAQ
Ja, sie ist eine der effizientesten Lösungen zum Erhitzen von Wasser und besonders attraktiv in Kombination mit Photovoltaik.
In den meisten Fällen ist die Wärmepumpe günstiger, vor allem langfristig.
Die Anlage entzieht der Luft Wärme und überträgt sie über einen Verdichterprozess auf das Brauchwasser.
Der Verbrauch hängt von Haushalt, Lufttemperatur und Speichervolumen ab, liegt aber typischerweise deutlich unter dem eines Elektroboilers.
Je nach Nutzung wenige Kilowattstunden – noch weniger bei der Nutzung einer Photovoltaikanlage.
Ja, eine Brauchwasser-Wärmepumpe kann eigenständig das Warmwasser bereitstellen, während die vorhandene Heizung ausschließlich für die Raumwärme genutzt wird. Es ist eine der wirtschaftlichsten Kombinationen im Bestand.
Einige Warmwasser-Wärmepumpen können mit einer Solaranlage betrieben werden. Eine Temperatur-Differenzregelung steuert die Solarkreispumpe, sodass die Wärmepumpe nur dann arbeitet, wenn keine Solarwärme verfügbar ist. Auch der selbst erzeugte Strom aus einer Photovoltaikanlage kann effizient genutzt werden.
