Podcast-Transkripte – Alle Folgen von “Hör mal, wer da liefert” zum Nachlesen
“Badezimmer-Sünden: Was Fachleute nicht mehr sehen können”
MARINA – 00:00
Hallo und willkommen zur aller ersten Folge unseres SHK-Podcasts "Hör mal, wer da liefert" von Richter+Frenzel – in unserem Podcast-Studio in Gräfelfing aus dem ProfiStore.
BENE
Wir sind Marina und Bene und gemeinsam mit unseren Gästen blicken wir hinter die Kulisse der SHK-Branche.
Und heute bei uns in der aller ersten Folge zu Gast die Kollegin Martina Mirlach.
Martina war verantwortlich für den Bäder & Wellness Store im oberbayrischen Dorfen und seit ein paar Wochen ist sie zurück in die Heimat nach Landshut gezogen und ist dort im BäderStore als Beraterin wieder aktiv. Und mit all ihrer Erfahrung kennt sie natürlich all die Fehler bei der Badplanung. Sie hat uns verraten, welche Badezimmer-Sünden Fachleute regelmäßig zur Weißglut bringen.
Wir haben darüber gesprochen, wie viel „Mimi“ – denn das ist ihr Spitzname – denn wirklich in ihren Planungen drin steckt und sie klärt die lebensentscheidende Frage:
Was genau hat's eigentlich mit dieser "Dusch-Hoiben" auf sich.
MARINA
Das und noch viel mehr hört ihr jetzt in der aller, aller ersten Folge und in diesem Sinne würde ich sagen: Genug geredet.
Jetzt wird geliefert.
BENE
Aber hallo!
MARINA – 01:03
Hallo Martina, willkommen im Podcast. Wir freuen uns sehr, dass du heute bei uns bist.
BENE – 01:08
Premierenpodcast – Premierenfolge:
Es ist nicht nur das erste Mal Podcast für die Martina Mirlach, es ist auch das erste Mal für die Marina und … Marina. Martina. Marina. Martina.
MARTINA – 01:21
Da darf ich dir jetzt gleich eine Anekdote erzählen.
BENE
Bitte.
MARTINA – 01:24
Dieses Problem hatten wir schon mal in meiner Ausbildung und seitdem ist mein Spitzname beim R+F "Mimi".
BENE – 01:30
Es stimmt, genau das weiß ich.
MARTINA
Jetzt können wir es ja offiziell machen.
BENE
Also können wir offiziell sagen: Hier haben wir die Marina und hier ist die Mimi. So, gleich mal in die Vollen gegangen mit den Fehlern. Das ist, wie gesagt, es ist Premiere, es ist halb live – überall hier liegen die Kabel rum. Wir starten rein in: Hör mal, wer der liefert – der Podcast von Richter und Frenzel.
MARINA – 01:49
Ja, und heute dreht sich alles um das Thema "Badezimmer-Sünden: Was Fachleute nicht mehr sehen können."
Und da hast du ja bestimmt ganz viel Erfahrung mitgebracht und kannst ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern. Gibt es Badezimmersünden oder Planungsfehler, die dir ganz besonders in Erinnerung geblieben sind?
MARTINA – 02:07
Ja, vielen Dank erstmal für die Einladung. Freut mich sehr, dass ich heute bei euch bin. Ja, die Fehler. Also was mir aktuell gerade ganz oft um die Ohren kommt, was die Handwerker nicht sehen wollen, sind schwarze Armaturen.
BENE – 02:21
Sind die immer noch in?
MARTINA – 02:23
Es ist gerade am Ausklingen, sage ich mal. Sie sind noch in, auf alle Fälle, werden gerade abgelöst von farbigeren Armaturen und auch da haben die Handwerker dann gerne mal lieber wieder Chrom-Armaturen.
Hat wahrscheinlich auch den Hintergrund, weil man bei chromfarbigen Armaturen Fehler verzeihen kann und…
MARINA
Fehler im Putzen also Putzfehler verzeihen kann, dass die einfach dann nicht so "anschlagsanfällig" sind. Also, dass da nicht gleich was abplatzt von der Farbe oder warum?
MARTINA – 02:56
Beides, also es gibt auch Armaturen, die farbig sind, zum Beispiel Schwarzchrom, also dunkler zum Beispiel als Chrom.
Die sind galvanisch, haben eine super harte Oberfläche; Also da ist auch beim Putzen jetzt nicht so viel kaputt zu machen, aber bei z.B. Schwarz matt oder auch anderen farbigen Armaturen, kann es schon sein, dass man beim Putzen, also beim Putzen eigentlich nicht, aber wenn jetzt ein Parfüm oder was drauf fällt, dann kann es leichter abplatzen.
Und natürlich, wenn jetzt der Installateur mit seiner Rohrzange hinten die Verschraubung festzieht, muss er halt schon ein bisschen mehr aufpassen, wie bei einer verchromten Armatur – wo er natürlich auch super vorsichtig arbeitet.
BENE – 03:34
Jetzt sind wir hier in München – Transparenzoffensive: Wir zeichnen in Gräfelfing im ProfiStore auf und in München ist das Wasser maximal kalkhaltig.
Das heißt, bzw. ich würde mal vermuten, dass man in München, wenn man eine schwarzmatte Armatur einbaut, gleichzeitig aber auch nicht umhin kommt, dann auch noch eine Entkalkungsanlage für zu Hause einzubauen.
Machst du das? Also, berätst du auch direkt dahin, also wenn ihr Schwarz matt wollt, dann aber auch gleich Enthärtung?
MARTINA – 04:04
Grundsätzlich tatsächlich spreche ich das Thema bei allen hochwertigen und farbigen Armaturen an, weil ich finde immer, du kaufst dir ein Bad für 30, 50, 80.000 € und dann ist es innerhalb kürzester Zeit verkalkt – man kann nichts dafür machen.
Und dann ist eine Enthärtungsanlage oder eine Entkalkungsanlage wirklich ganz sinnvoll. Und ich spreche das immer an und die Reinigung ist für uns voll wichtig. Also kein Kunde geht glaube ich bei uns raus, der sich schwarze Armaturen kauft, ohne dass wir ihn darauf hingewiesen haben, dass er die Armaturen trocken reiben soll nach der Benutzung.
MARINA – 04:37
Aber gibt es da auch viele Reklamationen, die danach kommen, auch über den Fachhandwerker, der dann sagt: "Nee, also das war jetzt gar nichts. Wir müssen das noch mal umplanen." Oder welche Auswirkungen hat es denn langfristig auf so ein Planungsverlauf, auf so einen Planungsprozess?
MARTINA – 04:50
Also es gibt eigentlich selten Fachhandwerker, die sagen, das geht auf gar keinen Fall.
Aber ich weiß, dass viele die Kunden darauf hinweisen, dass es halt einfach schneller kaputt gehen kann, einfach von der Oberfläche. Und gerade jetzt bei farbigen Armaturen ist es halt so, wenn du jetzt eine neue Handbrause brauchst, die wirst du irgendwann nach zehn Jahren austauschen, dann musst du halt wieder exakt die Farbe finden.
Das ist bei Schwarz jetzt kein Thema gewesen, aber bei farbigen Armaturen, wenn du jetzt zum Beispiel "Brushed Bronze" hast oder…
BENE – 05:16
Wie noch mal? Brush…?
MARTINA – 05:20
Brushed Bronze. Auf Bayerisch mit viel "rrr".
MARINA – 05:27
Was ist denn da jetzt gerade, also, Schwarz matt ist ja jetzt gerade im Auslaufen im Trend und jetzt ist es gerade so Brushed …
MARINA, MARTINA, BENE – 05:34
Bronze.
MARTINA – 05:36
Bronzierten…
MARINA
Was sind denn gerade so die Trends?
MARTINA – 05:39
Ja, also es geht schon sehr in die bronzierten-messing, also eher wärmere, goldenere Töne rein. Kupfer ist teilweise ein Thema oder auch also, alles was gebürstet ist. Edelstahl und schwarz gebürstetes Edelstahl.
BENE – 05:55
Also die Kunden, bzw. ein Thema ist immer wieder zwischen dir, Kunden und Fachhandwerk, ist dann Farbe im Bad. Gucken wir uns mal so ganz typische Herausforderungen bei der Badplanung an. Du machst das seit Ewigkeiten.
Wie lange berätst du Bäder? Wie lange machst du das schon?
MARTINA – 06:12
Also ich hab 2008 meine Ausbildung begonnen beim Richter und Frenzel und dann eben nach der Ausbildung drei Jahre später, rechnen…
BENE
Jetzt müssen wir rechnen, warte…18 Jahre Richter und Frenzel.
MARTINA
Genau mit drei Jahren Pause.
BENE – 06:28
Die Pause, die verschweigen wir, die ist uns an der Stelle vollkommen egal. Mimi – also ich merke es mir jetzt: Mimi, Marina, ich bleibe dabei – wir bleiben mal bei typischen Herausforderungen in der Badberatung. Gibt es denn da Wünsche von Kunden, die in der Praxis ganz besonders herausfordernd umzusetzen sind?
Ich meine, Armatur ist klar, aber letzten Endes eine Armatur kommt immer mit ins Bad rein. Gibt es so richtig große Herausforderungen, wo du sagst, da stöhnen wir, das wird arg schwierig.
MARTINA – 06:56
Ich denke jetzt gerade mal an einen Fall von einem relativ, für die Wünsche des Kunden, kleines Bad. Es war eigentlich kein kleines Bad, aber er wollte eine Dampfsauna, eine freistehende Badewanne, eine riesen Waschtischanlage.
BENE
Einmal alles.
MARTINA
Genau – hatte eine Türe und eine doppelflügelige Balkontüre.
MARINA
Ok wow.
MARTINA
Also gerade dieses Thema Türen ist eine Riesenherausforderung und da ist es tatsächlich dann, da geht es wirklich aufs Millimetermaß und das ist gerade in der Planung am Anfang total schwierig, weil man weiß nicht, wo der Installateur seine Leitungen am Schluss verlegt.
Man weiß nicht, wie viel Wandaufbau, wie viel Fliesenaufbau und so was noch mit dazukommt, weil der Kunde bei uns oft schon ganz am Anfang ist, da hat er noch gar keine, gar keinen Schimmer, was er sonst noch so alles gern hätte. Und da ist es von der Positionierung her tatsächlich schwierig.
BENE
Und wie gelingt es dann? Also wir haben ja einmal den Wunsch des Kunden. Ja, wir haben die technischen Begebenheiten, die halt einfach da sind. Ich habe eine Flügeltür hier an der Stelle. Ich habe natürlich auch eine gewisse Quadratmeteranzahl.
Aber wie gelingt dir das – und auch deinen Kolleginnen und Kollegen bei Richter und Frenzel – wie gelingt euch das, diese Anforderung dann alle einmal in eine Schale zu werfen und am Ende des Tages zieht ihr ein traumhaftes Bad daraus, womit alle happy sind.
MARTINA – 08:14
Auf alle Fälle.
BENE – 08:16
Ja, wie macht ihr das?
MARTINA – 08:18
Ja, also ich glaube, grundsätzliche ist für uns der wichtigste Part von der Beratung die erste Stunde, in der man einfach alles abfragt, was man irgendwie fragen kann. Da sage ich manchmal: "Sorry, ich muss jetzt wirklich ins Detail gehen und sehr privat werden, weil wir müssen wissen, was ihr in dem Bad so alles vorhabt." Und einfach, welche Ansprüche man hat: Wie viele Personen in dem Bad sind, wer das nutzt, nutzen das Kinder – und auch das altersgerechte Thema, wenn die Leute 50 sind, haben die jetzt wirklich das Geld beieinander, dass sie sich wirklich ein cooles Bad kaufen können, leisten können.
Die werden aber in dem Bad auch alt, also man muss dann auch ein bisschen an später denken. Ja, genau.
MARINA
Gibt es irgendwas, wo du dann im Nachhinein vielleicht auch sagst: Ah Mist, da hätte man ja früher oder da hätte man vielleicht noch mal anders draufschauen müssen oder draufschauen können?
Oder der Wunsch vom Kunden konnte gar nicht umgesetzt werden, weil das einfach so eine große Herausforderung ist, noch mal auf die Flügeltür zum Beispiel zu kommen, oder einfach das Bad ist so klein und derjenige möchte oder diejenige möchte aber so gerne ein Masterbad darin haben mit Dampfsauna, mit einem riesen Whirlpool drin und man muss dann einfach sagen: "Ja sorry, das geht jetzt leider nicht."
Also was sind da so wirklich Themen, wo du sagst: "Puh…"?
MARTINA – 09:31
Zum Beispiel kleine Bäder, wo man jetzt eine Badewanne und eine Dusche rein haben möchte, am besten eine Walk-In Dusche, die offen ist und keine Tür hat. Das braucht halt alles extrem viel Platz. Was auch immer wirklich ein Thema ist, dass die Kunden erst ganz zum Schluss gerne ansprechen, ist ein Wäscheabwurfschacht.
BENE – 09:53
Ah, dass man das Zeug nicht runter… ah, das ist aber smart, dass man die Wäsche nicht runtertragen muss, sondern rein schmeißen.
MARINA
Super Idee.
MARTINA – 09:57
Ich finde die Idee tatsächlich besser, einfach die Waschmaschine in dem gleichen Stockwerk, wie das Bad ist, zu machen – vereinfacht alles.
MARINA – 10:07
Aber kommt es dann öfter auch dazu, dass man sagt okay, das ist nett jetzt, dass diese Information noch gekommen ist, aber da müssen wir es noch mal umplanen. Und sind dann wirklich die Kunden bereit dazu zu sagen: "Okay, noch mal von vorne".
MARTINA – 10:20
Ja, oft muss dann vielleicht auch das eine oder andere weichen, also man muss irgendwo auch Kompromisse schließen. Ja, man muss einfach das im Gesamten sehen, wenn die Planung jetzt schon so weit fortgeschritten ist und der Kunde so happy mit dem Bad war, dann muss man einfach auch mal überlegen, ob das jetzt wirklich sinnvoll ist oder ob man andere Wege oder Planungen lösen soll.
Aber es ist halt immer lustig, wenn die Aussage "der Wäscheabwurf fehlt noch" dann ganz zum Schluss kommt, wo wir schon fünf verschiedene Planungsvarianten gemacht haben.
BENE – 10:54
Wann kommt denn grundsätzlich eigentlich das Fachhandwerk ins Spiel? Also der Kunde kommt zu euch, sagt "Ich brauche ein Bad, ich möchte dieses und jenes haben", Ihr führt 3, 4, 5 Stunden Gespräch – wo kommt dann der Fachhandwerker ins Spiel?
Also ab wann sprichst du mit dem?
MARTINA – 11:06
Das ist tatsächlich unterschiedlich. Also es kann zum einen sein, dass der Handwerker den Kunden zu uns schickt. Das ist uns natürlich am allerliebsten. Genau, dann sprechen wir natürlich vorher mit dem Handwerker.
Ich habe ja selber auch schon mal beim Handwerker gearbeitet und das ist schon ein großer Vorteil, weil –
BENE
das sind die drei Jahre Pause –
MARTINA – 11:29
das ist der große Pluspunkt, weil der Handwerker einfach mit dem ersten Fuß schon in der Tür von dem Kunden war. Der hat das Bad ausgemessen, der kennt die örtlichen Gegebenheiten und das ist gerade bei einer Renovierung super. Beim Neubau ist es nicht ganz so wichtig.
Da bin ich aber selber eben auch der Fan, dass uns der Kunde, wirklich der Endkunde dann alle Daten zur Verfügung stellt. Und beim Neubau ist es tatsächlich dann oft so, dass der Fachhandwerker dann erst später dazukommt bzw. er hat oft dann mal zwei, drei zur Auswahl.
MARINA – 12:03
Und was passiert in der Praxis, wenn das Fachhandwerk dann erst zu einem sehr späten Zeitpunkt dazukommt? Also, was sind da dann die Herausforderungen oder was können die Herausforderungen sein, wenn die dann so spät dazu kommen und dann die Planung aber schon so weit fortgeschritten ist?
MARTINA – 12:18
Eine Herausforderung kann zum Beispiel sein, dass wir dem Kunden irgendwas angeboten haben, was der Handwerker partout nicht verbauen möchte.
BENE – 12:28
Zum Beispiel?
MARTINA
Wir nennen keine Herstellernamen.
BENE
Ohne Hersteller – aber sind es besondere Produkte, die man nicht einbauen will als Handwerker?
MARTINA – 12:39
Also. Genau, es sind dann einfach verschiedene Produktgruppen oder wie gesagt eben verschiedene Armaturen-Hersteller, das ist so dieses Paradebeispiel: Oft kommen die Kunden auch zu uns und sagen "Wir haben, wir brauchen jetzt ein Badplanung, aber der Rohbau steht schon und die Installation ist schon gemacht". Und dann brauchen wir eigentlich nur noch ein Foto von dem, was da in der Wand schon drin ist und dann wissen wir, was der Handwerker gerne verbaut.
Also manche lotsen den Kunden tatsächlich, vielleicht auch bewusst, erst nach nach der Installation zu uns.
BENE
Okay.
MARTINA
Also es ist total unterschiedlich.
BENE
Es hat auch der Handwerker seine Lieblingsmarken, was ja irgendwo auch nachvollziehbar ist.
MARTINA
Voll. Total.
BENE
Also wenn man es zusammenfasst, ist glaube ich mit das Allerwichtigste für dich als Bindeglied zwischen Endkunde und Fachhandwerk: Sprechen. Immer wieder sprechen, sprechen, sprechen, reden, niemals irgendwelche Dinge liegen lassen, einmal mehr telefonieren als weniger.
MARTINA – 13:34
Richtig.
MARINA – 13:34
Und welche Vorteile das ja auch bringt, das ganze Bad ganzheitlich zu betrachten. Im Hintergrund hört man übrigens unseren ProfiStore. Da ist gerade ganz viel los.
Es sind ganz viele Fachhandwerker da. Wir machen es ja nicht irgendwo. Genau eben. Und genau, also “mittendrin statt nur dabei” ist unser Motto. Jetzt wird auch noch irgendwas gebohrt…
BENE
Es ist ja Vormittag, also gerade wird eine Keramik herumgetragen. Hier dreht sich was, hier läuft was. Genau.
MARINA – 14:02
Genau. Welche Vorteile…
BENE
Die Jungs haben die Badplanung übrigens schon in die Hand bekommen. Also die setzen schon um, was du und deine Kolleginnen und Kollegen gemacht haben. Die holen jetzt die Produkte und dann wird es eingebaut.
MARINA – 14:12
Genau. Welche Vorteile entstehen denn bei allen Beteiligten aus deiner Sicht, wenn man ganz früh schon mit allem oder alles bedenkt? Also die ganze ganzheitliche Badplanung betrachtet, mit dem Fachhandwerker/Fachhandwerkerin, die mit einbezogen wird, und natürlich dem Kunden, der am Tisch sitzt und uns/euch als Richter und Frenzel.
MARTINA – 14:32
Es hat definitiv nur Vorteile. Das ist allerdings nicht die Regel. Also tatsächlich ist der erste Stepp meiner Meinung nach, dass der Kunde sich überlegen sollte – grundsätzlich: Wie soll mein Haus ausschauen?
Wie soll… Also jetzt gerade im Neubau betrachtet – da habe ich oft den Fall, dass Kunden zu mir kommen, die haben keine Ahnung in sämtlichen Richtungen, was jetzt Farben, was Oberflächen, was… also wirklich gar nicht. Die haben einfach einen Baugrund und sagen wir bauen jetzt ein Haus und mach mal. Und das ist tatsächlich eine riesengroße Herausforderung dann, weil das dann noch ganz, ganz viel Arbeit für den Endkunden, für den Verbraucher einfach an sich selber ist.
MARINA
Weil einfach noch so viele Fragen gestellt werden müssen und da einfach noch so viel in der Klärungsphase ist. Okay, ja, verstehe. Und
MARTINA – 15:23
Und ja, da muss man dann einfach versuchen, das ist dann unsere Herausforderung in der Beratung, wie man darauf eingeht, dass man nicht zu sehr irgendwie auf Farben, auf Details eingeht, dass er einfach am Anfang erst einmal eine Vorstellung von seinem Grundriss bekommt. Wie möchte ich das Bad haben? Einmal ein bisschen ein Gefühl: Möchte ich jetzt eine Badewanne, die frei im Raum steht? Will ich das Ganze irgendwie offen haben? Mag ich lieber ein paar Mauern mit Nischen drinnen haben – für die "Dusch-Hoibe".
BENE – 15:52
In Bayern gibt es nur die "Dusche-Hoibe" oder für alle, die nicht aus Bayern zuhören: Ein Bier, was man in der Dusche trinkt.
MARINA – 16:04
Ja, welchen Tipp könntest du oder würdest du dem Fachhandwerk mitgeben, was sie in der täglichen, im täglichen Doing mit ihren Kund:innen machen können, was ihnen dann die alltägliche Arbeit erleichtert?
MARTINA – 16:18
Also zum einen den Kunden ein bisschen die Angst abnehmen, weil viele Kunden einfach oder – es ist viel Geld, was man in die Hand nimmt und viele haben dann einfach Angst vor Entscheidungen. Und dann einfach dem Kunden Mut zu sprechen und auch bisschen persönlich für den da zu sein.
Nicht nur so als Handwerker, sondern auch so "ich baue dir das und das wird cool und sei doch mutig" – weil ja, was ist das, wenn ich zu einem Autohaus gehe und mir ein teures Auto kaufe und der Verkäufer der steht dann so da und sagt "magst das haben, dann verkaufe ich dir das halt".
MARINA – 16:53
Ja, ja, es ist auf jeden Fall eine längerfristige Entscheidung, weil einfach nicht so schnell mal eine Badewanne ausgetauscht wird oder einfach eine… ja, alles.
Also ich meine, eine Armatur kann man schon mal schnell ausbauen und wieder neu einbauen, aber klar, natürlich, alles was feststehend ist, ist dann nicht so schnell austauschbar.
MARINA – 17:10
Das heißt, der Handwerker ist ja schon ein sehr intimes Bindeglied, tatsächlich auch weil im Bad, also ein Bad ist ja schon ein Raum, der…
BENE – 17:18
In dem viel Zeit verbracht wird.
MARINA – 17:21
Viel Zeit verbracht wird und ja, da hast du vollkommen recht, Bene.
BENE – 17:25
Eine Frage habe ich an dich aber noch, Mimi. Wenn – wir haben vorhin darüber geredet, oder wir haben jetzt gerade darüber geredet, dass so ein Badezimmer, das tauschst du ja nicht einfach mal so mir nichts dir nichts aus. Beim Auto ist es dann vielleicht sogar noch was anderes, wahrscheinlich. Die Zeit, die man ein Auto fährt, ist deutlich kürzer, wie man in einem Badezimmer steht. Wenn du da jetzt so ein Badezimmer planst, wie viel Mimi steckt da in so einem Bad drin?
MARTINA – 17:51
Das kommt auf den Kunden drauf an. Wenn der jetzt eine ganz klare Richtung hat, wie das sein soll, dann spricht man da nicht zu sehr rein, weil der einfach weiß, was er will. Wenn jetzt jemand noch gar nicht weiß, was er will und ich merke, dass die Energie einfach passt, dass wir einfach, ja, ich verstehe den Kunden und der merkt, dass ich ihn verstehe, dann ist da, glaube ich, schon immer vom Berater ein bisschen die eigene Feder mit dabei.
BENE – 18:23
Nachvollziehbar, ja, geht ja wahrscheinlich gar nicht anders. Wenn man, wenn man so eng miteinander arbeitet, dann ist da halt auch am Ende des Tages, wie ich es gesagt habe, ein bisschen Mimi drin. Das gehört halt einfach mit dazu. So, ich glaube, wir könnten das Ganze noch Stunden weiterführen mit dir.
Wir sind, aber so allmählich kommen wir auf die Zielgerade, unserer ersten Podcastfolge. Aber wir hätten zum Abschluss – ich meine, wenn wir jemanden hier haben, die seit 18 Jahren nichts anderes macht, viele Jahre davon bei Richter+Frenzel, ein paar andere Jahre woanders, aber auch da wurde natürlich richtig gut Erfahrung gesammelt – jetzt möchte ich noch auf ein Thema eingehen, das glaube ich für jeden, der umzieht, der baut oder generell ein neues Domizil, in ein neues Domizil einzieht:
Es ist das Badezimmer ohne Fenster. Jeder will natürlich das Bad mit Fenster haben. Da hast du schöneres Licht, du kannst schöner lüften, etc... Jetzt ist es aber so: Jetzt gehen wir davon aus, es geht nicht anders. Das Bad hat halt einfach kein Fenster. Die baulichen Gegebenheiten sind halt so. Versetzen wir uns in den Handwerker rein:
Womit muss er denn beginnen? Worauf kommt es ganz besonders an, wenn er diese Herausforderung "Badezimmer ohne Fenster" angehen muss?
BENE – 19:39
Quick-Tipp.
MARTINA
Also wie du es angesprochen hast die Lüftungsanlage ist mit Sicherheit ein riesen Thema. Das muss funktionieren, sonst hat man Probleme.
BENE – 19:48
Ja, sonst wird's stickig.
MARTINA – 19:50
Ja, genau. Aber grundsätzlich jetzt wahrscheinlich eher weniger für einen Handwerker, sondern einfach allgemein für die Planung, ist die Beleuchtung.
Die ist aber auch in einem Bad super wichtig, wo ein Fenster drinnen ist, weil weil du nutzt ein Bad ja auch abends und nachts und das bringt, es bringt die schönste Badausstattung nichts, wenn sie nicht beleuchtet ist oder nicht richtig beleuchtet. Das ist sehr, sehr wichtig. Auch helle Farben bringen natürlich in einem Bad ohne Fenster viel.
MARINA – 20:20
Genau.
MARTINA
Und ansonsten, Ich habe leider auch ein Bad ohne Fenster.
MARINA
Wie hast du es gelöst? Wie ist dein Bad gelöst? Hast du dein Bad selber gelöst?
MARTINA – 20:29
Nein, leider war das schon fertig so. Ja. Also, es ist tatsächlich it ganz heller Möbelfarbe, also ich habe weiße Möbel drinnen und was ich immer richtig cool finde sind Pflanzen.
Also Pflanzen, Deko, einheitliche Deko, damit das auch ein Zusammenspiel hat und was mir auch sehr wichtig ist, gerade bei einem kleineren oder Bad ohne Fenster ist, dass einfach Ruhe und Ordnung herrscht. Das wirklich alles irgendwo seinen Platz hat.
MARTINA – 21:01
Das ja, ich sehe da manchmal Bilder, wo wirklich die Bäder total mit Wäsche überladen und mit Kosmetikartikel überladen und da darf man vielleicht dann einfach mal aussortieren und mal wirklich den Fokus auf das Wichtigste legen.
BENE
Also, würde ich als Quick-Tipp mitnehmen: Farbe, auf die Farbe, achten der Badmöbel; Licht, Licht ist total wichtig.
BENE – 21:18
Naja, und jeder muss halt sein Saustall daheim ein bisschen im Griff haben, damit es nicht gar so wild aussieht im Badezimmer ohne Fenster. Aber das gilt auch fürs Bad mit Fenster. Also, das eine oder andere Mal einen Pullover halt dann doch mitnehmen und nicht im Bad liegen lassen. Martina – jetzt habe ich wieder Martina gesagt –
BENE – 21:34
ich danke dir ganz, ganz herzlich. Das war ein tolles Gespräch und eine tolle Einstiegsfolge, wie ich finde. Also mir hat es mega Bock. Ich hoffe dir auch?
MARTINA – 21:43
Ja, war super cool.
MARINA – 21:44
Auf jeden Fall, wir hatten eine sehr, sehr schöne Zeit. Vielen Dank, dass du da warst.
BENE – 21:46
Dann haben wir eigentlich alles erreicht, wenn unsere erste Folge zu Ende geht, wir natürlich Wissen mitgenommen, Wissen mitgegeben haben, aber unser Premierengast auch noch zufrieden nach Hause fährt und erzählt "Hör mal, wer da liefert", das ist in Ordnung, die sind in Ordnung, mit denen kann man Podcast machen. Mir bleibt nur noch zu sagen: Das war's von uns und ich finde, dass unsere Martina Mirlach sauber abgeliefert hat heute-
MARINA – 22:14
Auf jeden Fall, also auch von mir noch mal danke, dass du da warst, die ganzen Fragen beantwortet hast und den Hörerinnen und Hörern ganz viel auch mitgegeben hast.
Und ja, ich sage jetzt mal: Bis zur nächsten Lieferung und der Rest des Handwerk.
BENE
Und bevor ihr den Hahn abdreht, noch ein kurzer Hinweis von uns: Wir freuen uns sehr über euer Feedback zu dieser Folge. Welche Themen aus der SHK-Welt interessieren euch? Welche Fragen sollen wir uns in Zukunft genau anschauen? Oder gibt es vielleicht sogar jemanden aus der Branche, den wir unbedingt mal zu Gast haben sollten?
MARINA
Schreibt uns daher gerne eure Anregungen, Fragen oder Wünsche. Wir freuen uns auf den Austausch mit euch. Ihr erreicht uns per E-mail unter podcast@r-f.de, direkt hier im Podcast oder über unsere Social-Media-Kanäle. Alle Links findet ihr wie immer in unseren Shownotes.
BENE
Danke, dass ihr reingehört habt und bis zur nächsten Folge von "Hör mal, wer da liefert".