Podcast-Transkripte – Alle Folgen von “Hör mal, wer da liefert” zum Nachlesen
“Badezimmer-Sünden: Was Fachleute nicht mehr sehen können”
MARINA – 00:00
Hallo und willkommen zur aller ersten Folge unseres SHK-Podcasts "Hör mal, wer da liefert" von Richter+Frenzel – in unserem Podcast-Studio in Gräfelfing aus dem ProfiStore.
BENE
Wir sind Marina und Bene und gemeinsam mit unseren Gästen blicken wir hinter die Kulisse der SHK-Branche.
Und heute bei uns in der aller ersten Folge zu Gast die Kollegin Martina Mirlach.
Martina war verantwortlich für den Bäder & Wellness Store im oberbayrischen Dorfen und seit ein paar Wochen ist sie zurück in die Heimat nach Landshut gezogen und ist dort im BäderStore als Beraterin wieder aktiv. Und mit all ihrer Erfahrung kennt sie natürlich all die Fehler bei der Badplanung. Sie hat uns verraten, welche Badezimmer-Sünden Fachleute regelmäßig zur Weißglut bringen.
Wir haben darüber gesprochen, wie viel „Mimi“ – denn das ist ihr Spitzname – denn wirklich in ihren Planungen drin steckt und sie klärt die lebensentscheidende Frage:
Was genau hat's eigentlich mit dieser "Dusch-Hoiben" auf sich.
MARINA
Das und noch viel mehr hört ihr jetzt in der aller, aller ersten Folge und in diesem Sinne würde ich sagen: Genug geredet.
Jetzt wird geliefert.
BENE
Aber hallo!
MARINA – 01:03
Hallo Martina, willkommen im Podcast. Wir freuen uns sehr, dass du heute bei uns bist.
BENE – 01:08
Premierenpodcast – Premierenfolge:
Es ist nicht nur das erste Mal Podcast für die Martina Mirlach, es ist auch das erste Mal für die Marina und … Marina. Martina. Marina. Martina.
MARTINA – 01:21
Da darf ich dir jetzt gleich eine Anekdote erzählen.
BENE
Bitte.
MARTINA – 01:24
Dieses Problem hatten wir schon mal in meiner Ausbildung und seitdem ist mein Spitzname beim R+F "Mimi".
BENE – 01:30
Es stimmt, genau das weiß ich.
MARTINA
Jetzt können wir es ja offiziell machen.
BENE
Also können wir offiziell sagen: Hier haben wir die Marina und hier ist die Mimi. So, gleich mal in die Vollen gegangen mit den Fehlern. Das ist, wie gesagt, es ist Premiere, es ist halb live – überall hier liegen die Kabel rum. Wir starten rein in: Hör mal, wer der liefert – der Podcast von Richter und Frenzel.
MARINA – 01:49
Ja, und heute dreht sich alles um das Thema "Badezimmer-Sünden: Was Fachleute nicht mehr sehen können."
Und da hast du ja bestimmt ganz viel Erfahrung mitgebracht und kannst ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern. Gibt es Badezimmersünden oder Planungsfehler, die dir ganz besonders in Erinnerung geblieben sind?
MARTINA – 02:07
Ja, vielen Dank erstmal für die Einladung. Freut mich sehr, dass ich heute bei euch bin. Ja, die Fehler. Also was mir aktuell gerade ganz oft um die Ohren kommt, was die Handwerker nicht sehen wollen, sind schwarze Armaturen.
BENE – 02:21
Sind die immer noch in?
MARTINA – 02:23
Es ist gerade am Ausklingen, sage ich mal. Sie sind noch in, auf alle Fälle, werden gerade abgelöst von farbigeren Armaturen und auch da haben die Handwerker dann gerne mal lieber wieder Chrom-Armaturen.
Hat wahrscheinlich auch den Hintergrund, weil man bei chromfarbigen Armaturen Fehler verzeihen kann und…
MARINA
Fehler im Putzen also Putzfehler verzeihen kann, dass die einfach dann nicht so "anschlagsanfällig" sind. Also, dass da nicht gleich was abplatzt von der Farbe oder warum?
MARTINA – 02:56
Beides, also es gibt auch Armaturen, die farbig sind, zum Beispiel Schwarzchrom, also dunkler zum Beispiel als Chrom.
Die sind galvanisch, haben eine super harte Oberfläche; Also da ist auch beim Putzen jetzt nicht so viel kaputt zu machen, aber bei z.B. Schwarz matt oder auch anderen farbigen Armaturen, kann es schon sein, dass man beim Putzen, also beim Putzen eigentlich nicht, aber wenn jetzt ein Parfüm oder was drauf fällt, dann kann es leichter abplatzen.
Und natürlich, wenn jetzt der Installateur mit seiner Rohrzange hinten die Verschraubung festzieht, muss er halt schon ein bisschen mehr aufpassen, wie bei einer verchromten Armatur – wo er natürlich auch super vorsichtig arbeitet.
BENE – 03:34
Jetzt sind wir hier in München – Transparenzoffensive: Wir zeichnen in Gräfelfing im ProfiStore auf und in München ist das Wasser maximal kalkhaltig.
Das heißt, bzw. ich würde mal vermuten, dass man in München, wenn man eine schwarzmatte Armatur einbaut, gleichzeitig aber auch nicht umhin kommt, dann auch noch eine Entkalkungsanlage für zu Hause einzubauen.
Machst du das? Also, berätst du auch direkt dahin, also wenn ihr Schwarz matt wollt, dann aber auch gleich Enthärtung?
MARTINA – 04:04
Grundsätzlich tatsächlich spreche ich das Thema bei allen hochwertigen und farbigen Armaturen an, weil ich finde immer, du kaufst dir ein Bad für 30, 50, 80.000 € und dann ist es innerhalb kürzester Zeit verkalkt – man kann nichts dafür machen.
Und dann ist eine Enthärtungsanlage oder eine Entkalkungsanlage wirklich ganz sinnvoll. Und ich spreche das immer an und die Reinigung ist für uns voll wichtig. Also kein Kunde geht glaube ich bei uns raus, der sich schwarze Armaturen kauft, ohne dass wir ihn darauf hingewiesen haben, dass er die Armaturen trocken reiben soll nach der Benutzung.
MARINA – 04:37
Aber gibt es da auch viele Reklamationen, die danach kommen, auch über den Fachhandwerker, der dann sagt: "Nee, also das war jetzt gar nichts. Wir müssen das noch mal umplanen." Oder welche Auswirkungen hat es denn langfristig auf so ein Planungsverlauf, auf so einen Planungsprozess?
MARTINA – 04:50
Also es gibt eigentlich selten Fachhandwerker, die sagen, das geht auf gar keinen Fall.
Aber ich weiß, dass viele die Kunden darauf hinweisen, dass es halt einfach schneller kaputt gehen kann, einfach von der Oberfläche. Und gerade jetzt bei farbigen Armaturen ist es halt so, wenn du jetzt eine neue Handbrause brauchst, die wirst du irgendwann nach zehn Jahren austauschen, dann musst du halt wieder exakt die Farbe finden.
Das ist bei Schwarz jetzt kein Thema gewesen, aber bei farbigen Armaturen, wenn du jetzt zum Beispiel "Brushed Bronze" hast oder…
BENE – 05:16
Wie noch mal? Brush…?
MARTINA – 05:20
Brushed Bronze. Auf Bayerisch mit viel "rrr".
MARINA – 05:27
Was ist denn da jetzt gerade, also, Schwarz matt ist ja jetzt gerade im Auslaufen im Trend und jetzt ist es gerade so Brushed …
MARINA, MARTINA, BENE – 05:34
Bronze.
MARTINA – 05:36
Bronzierten…
MARINA
Was sind denn gerade so die Trends?
MARTINA – 05:39
Ja, also es geht schon sehr in die bronzierten-messing, also eher wärmere, goldenere Töne rein. Kupfer ist teilweise ein Thema oder auch also, alles was gebürstet ist. Edelstahl und schwarz gebürstetes Edelstahl.
BENE – 05:55
Also die Kunden, bzw. ein Thema ist immer wieder zwischen dir, Kunden und Fachhandwerk, ist dann Farbe im Bad. Gucken wir uns mal so ganz typische Herausforderungen bei der Badplanung an. Du machst das seit Ewigkeiten.
Wie lange berätst du Bäder? Wie lange machst du das schon?
MARTINA – 06:12
Also ich hab 2008 meine Ausbildung begonnen beim Richter und Frenzel und dann eben nach der Ausbildung drei Jahre später, rechnen…
BENE
Jetzt müssen wir rechnen, warte…18 Jahre Richter und Frenzel.
MARTINA
Genau mit drei Jahren Pause.
BENE – 06:28
Die Pause, die verschweigen wir, die ist uns an der Stelle vollkommen egal. Mimi – also ich merke es mir jetzt: Mimi, Marina, ich bleibe dabei – wir bleiben mal bei typischen Herausforderungen in der Badberatung. Gibt es denn da Wünsche von Kunden, die in der Praxis ganz besonders herausfordernd umzusetzen sind?
Ich meine, Armatur ist klar, aber letzten Endes eine Armatur kommt immer mit ins Bad rein. Gibt es so richtig große Herausforderungen, wo du sagst, da stöhnen wir, das wird arg schwierig.
MARTINA – 06:56
Ich denke jetzt gerade mal an einen Fall von einem relativ, für die Wünsche des Kunden, kleines Bad. Es war eigentlich kein kleines Bad, aber er wollte eine Dampfsauna, eine freistehende Badewanne, eine riesen Waschtischanlage.
BENE
Einmal alles.
MARTINA
Genau – hatte eine Türe und eine doppelflügelige Balkontüre.
MARINA
Ok wow.
MARTINA
Also gerade dieses Thema Türen ist eine Riesenherausforderung und da ist es tatsächlich dann, da geht es wirklich aufs Millimetermaß und das ist gerade in der Planung am Anfang total schwierig, weil man weiß nicht, wo der Installateur seine Leitungen am Schluss verlegt.
Man weiß nicht, wie viel Wandaufbau, wie viel Fliesenaufbau und so was noch mit dazukommt, weil der Kunde bei uns oft schon ganz am Anfang ist, da hat er noch gar keine, gar keinen Schimmer, was er sonst noch so alles gern hätte. Und da ist es von der Positionierung her tatsächlich schwierig.
BENE
Und wie gelingt es dann? Also wir haben ja einmal den Wunsch des Kunden. Ja, wir haben die technischen Begebenheiten, die halt einfach da sind. Ich habe eine Flügeltür hier an der Stelle. Ich habe natürlich auch eine gewisse Quadratmeteranzahl.
Aber wie gelingt dir das – und auch deinen Kolleginnen und Kollegen bei Richter und Frenzel – wie gelingt euch das, diese Anforderung dann alle einmal in eine Schale zu werfen und am Ende des Tages zieht ihr ein traumhaftes Bad daraus, womit alle happy sind.
MARTINA – 08:14
Auf alle Fälle.
BENE – 08:16
Ja, wie macht ihr das?
MARTINA – 08:18
Ja, also ich glaube, grundsätzliche ist für uns der wichtigste Part von der Beratung die erste Stunde, in der man einfach alles abfragt, was man irgendwie fragen kann. Da sage ich manchmal: "Sorry, ich muss jetzt wirklich ins Detail gehen und sehr privat werden, weil wir müssen wissen, was ihr in dem Bad so alles vorhabt." Und einfach, welche Ansprüche man hat: Wie viele Personen in dem Bad sind, wer das nutzt, nutzen das Kinder – und auch das altersgerechte Thema, wenn die Leute 50 sind, haben die jetzt wirklich das Geld beieinander, dass sie sich wirklich ein cooles Bad kaufen können, leisten können.
Die werden aber in dem Bad auch alt, also man muss dann auch ein bisschen an später denken. Ja, genau.
MARINA
Gibt es irgendwas, wo du dann im Nachhinein vielleicht auch sagst: Ah Mist, da hätte man ja früher oder da hätte man vielleicht noch mal anders draufschauen müssen oder draufschauen können?
Oder der Wunsch vom Kunden konnte gar nicht umgesetzt werden, weil das einfach so eine große Herausforderung ist, noch mal auf die Flügeltür zum Beispiel zu kommen, oder einfach das Bad ist so klein und derjenige möchte oder diejenige möchte aber so gerne ein Masterbad darin haben mit Dampfsauna, mit einem riesen Whirlpool drin und man muss dann einfach sagen: "Ja sorry, das geht jetzt leider nicht."
Also was sind da so wirklich Themen, wo du sagst: "Puh…"?
MARTINA – 09:31
Zum Beispiel kleine Bäder, wo man jetzt eine Badewanne und eine Dusche rein haben möchte, am besten eine Walk-In Dusche, die offen ist und keine Tür hat. Das braucht halt alles extrem viel Platz. Was auch immer wirklich ein Thema ist, dass die Kunden erst ganz zum Schluss gerne ansprechen, ist ein Wäscheabwurfschacht.
BENE – 09:53
Ah, dass man das Zeug nicht runter… ah, das ist aber smart, dass man die Wäsche nicht runtertragen muss, sondern rein schmeißen.
MARINA
Super Idee.
MARTINA – 09:57
Ich finde die Idee tatsächlich besser, einfach die Waschmaschine in dem gleichen Stockwerk, wie das Bad ist, zu machen – vereinfacht alles.
MARINA – 10:07
Aber kommt es dann öfter auch dazu, dass man sagt okay, das ist nett jetzt, dass diese Information noch gekommen ist, aber da müssen wir es noch mal umplanen. Und sind dann wirklich die Kunden bereit dazu zu sagen: "Okay, noch mal von vorne".
MARTINA – 10:20
Ja, oft muss dann vielleicht auch das eine oder andere weichen, also man muss irgendwo auch Kompromisse schließen. Ja, man muss einfach das im Gesamten sehen, wenn die Planung jetzt schon so weit fortgeschritten ist und der Kunde so happy mit dem Bad war, dann muss man einfach auch mal überlegen, ob das jetzt wirklich sinnvoll ist oder ob man andere Wege oder Planungen lösen soll.
Aber es ist halt immer lustig, wenn die Aussage "der Wäscheabwurf fehlt noch" dann ganz zum Schluss kommt, wo wir schon fünf verschiedene Planungsvarianten gemacht haben.
BENE – 10:54
Wann kommt denn grundsätzlich eigentlich das Fachhandwerk ins Spiel? Also der Kunde kommt zu euch, sagt "Ich brauche ein Bad, ich möchte dieses und jenes haben", Ihr führt 3, 4, 5 Stunden Gespräch – wo kommt dann der Fachhandwerker ins Spiel?
Also ab wann sprichst du mit dem?
MARTINA – 11:06
Das ist tatsächlich unterschiedlich. Also es kann zum einen sein, dass der Handwerker den Kunden zu uns schickt. Das ist uns natürlich am allerliebsten. Genau, dann sprechen wir natürlich vorher mit dem Handwerker.
Ich habe ja selber auch schon mal beim Handwerker gearbeitet und das ist schon ein großer Vorteil, weil –
BENE
das sind die drei Jahre Pause –
MARTINA – 11:29
das ist der große Pluspunkt, weil der Handwerker einfach mit dem ersten Fuß schon in der Tür von dem Kunden war. Der hat das Bad ausgemessen, der kennt die örtlichen Gegebenheiten und das ist gerade bei einer Renovierung super. Beim Neubau ist es nicht ganz so wichtig.
Da bin ich aber selber eben auch der Fan, dass uns der Kunde, wirklich der Endkunde dann alle Daten zur Verfügung stellt. Und beim Neubau ist es tatsächlich dann oft so, dass der Fachhandwerker dann erst später dazukommt bzw. er hat oft dann mal zwei, drei zur Auswahl.
MARINA – 12:03
Und was passiert in der Praxis, wenn das Fachhandwerk dann erst zu einem sehr späten Zeitpunkt dazukommt? Also, was sind da dann die Herausforderungen oder was können die Herausforderungen sein, wenn die dann so spät dazu kommen und dann die Planung aber schon so weit fortgeschritten ist?
MARTINA – 12:18
Eine Herausforderung kann zum Beispiel sein, dass wir dem Kunden irgendwas angeboten haben, was der Handwerker partout nicht verbauen möchte.
BENE – 12:28
Zum Beispiel?
MARTINA
Wir nennen keine Herstellernamen.
BENE
Ohne Hersteller – aber sind es besondere Produkte, die man nicht einbauen will als Handwerker?
MARTINA – 12:39
Also. Genau, es sind dann einfach verschiedene Produktgruppen oder wie gesagt eben verschiedene Armaturen-Hersteller, das ist so dieses Paradebeispiel: Oft kommen die Kunden auch zu uns und sagen "Wir haben, wir brauchen jetzt ein Badplanung, aber der Rohbau steht schon und die Installation ist schon gemacht". Und dann brauchen wir eigentlich nur noch ein Foto von dem, was da in der Wand schon drin ist und dann wissen wir, was der Handwerker gerne verbaut.
Also manche lotsen den Kunden tatsächlich, vielleicht auch bewusst, erst nach nach der Installation zu uns.
BENE
Okay.
MARTINA
Also es ist total unterschiedlich.
BENE
Es hat auch der Handwerker seine Lieblingsmarken, was ja irgendwo auch nachvollziehbar ist.
MARTINA
Voll. Total.
BENE
Also wenn man es zusammenfasst, ist glaube ich mit das Allerwichtigste für dich als Bindeglied zwischen Endkunde und Fachhandwerk: Sprechen. Immer wieder sprechen, sprechen, sprechen, reden, niemals irgendwelche Dinge liegen lassen, einmal mehr telefonieren als weniger.
MARTINA – 13:34
Richtig.
MARINA – 13:34
Und welche Vorteile das ja auch bringt, das ganze Bad ganzheitlich zu betrachten. Im Hintergrund hört man übrigens unseren ProfiStore. Da ist gerade ganz viel los.
Es sind ganz viele Fachhandwerker da. Wir machen es ja nicht irgendwo. Genau eben. Und genau, also “mittendrin statt nur dabei” ist unser Motto. Jetzt wird auch noch irgendwas gebohrt…
BENE
Es ist ja Vormittag, also gerade wird eine Keramik herumgetragen. Hier dreht sich was, hier läuft was. Genau.
MARINA – 14:02
Genau. Welche Vorteile…
BENE
Die Jungs haben die Badplanung übrigens schon in die Hand bekommen. Also die setzen schon um, was du und deine Kolleginnen und Kollegen gemacht haben. Die holen jetzt die Produkte und dann wird es eingebaut.
MARINA – 14:12
Genau. Welche Vorteile entstehen denn bei allen Beteiligten aus deiner Sicht, wenn man ganz früh schon mit allem oder alles bedenkt? Also die ganze ganzheitliche Badplanung betrachtet, mit dem Fachhandwerker/Fachhandwerkerin, die mit einbezogen wird, und natürlich dem Kunden, der am Tisch sitzt und uns/euch als Richter und Frenzel.
MARTINA – 14:32
Es hat definitiv nur Vorteile. Das ist allerdings nicht die Regel. Also tatsächlich ist der erste Stepp meiner Meinung nach, dass der Kunde sich überlegen sollte – grundsätzlich: Wie soll mein Haus ausschauen?
Wie soll… Also jetzt gerade im Neubau betrachtet – da habe ich oft den Fall, dass Kunden zu mir kommen, die haben keine Ahnung in sämtlichen Richtungen, was jetzt Farben, was Oberflächen, was… also wirklich gar nicht. Die haben einfach einen Baugrund und sagen wir bauen jetzt ein Haus und mach mal. Und das ist tatsächlich eine riesengroße Herausforderung dann, weil das dann noch ganz, ganz viel Arbeit für den Endkunden, für den Verbraucher einfach an sich selber ist.
MARINA
Weil einfach noch so viele Fragen gestellt werden müssen und da einfach noch so viel in der Klärungsphase ist. Okay, ja, verstehe. Und
MARTINA – 15:23
Und ja, da muss man dann einfach versuchen, das ist dann unsere Herausforderung in der Beratung, wie man darauf eingeht, dass man nicht zu sehr irgendwie auf Farben, auf Details eingeht, dass er einfach am Anfang erst einmal eine Vorstellung von seinem Grundriss bekommt. Wie möchte ich das Bad haben? Einmal ein bisschen ein Gefühl: Möchte ich jetzt eine Badewanne, die frei im Raum steht? Will ich das Ganze irgendwie offen haben? Mag ich lieber ein paar Mauern mit Nischen drinnen haben – für die "Dusch-Hoibe".
BENE – 15:52
In Bayern gibt es nur die "Dusche-Hoibe" oder für alle, die nicht aus Bayern zuhören: Ein Bier, was man in der Dusche trinkt.
MARINA – 16:04
Ja, welchen Tipp könntest du oder würdest du dem Fachhandwerk mitgeben, was sie in der täglichen, im täglichen Doing mit ihren Kund:innen machen können, was ihnen dann die alltägliche Arbeit erleichtert?
MARTINA – 16:18
Also zum einen den Kunden ein bisschen die Angst abnehmen, weil viele Kunden einfach oder – es ist viel Geld, was man in die Hand nimmt und viele haben dann einfach Angst vor Entscheidungen. Und dann einfach dem Kunden Mut zu sprechen und auch bisschen persönlich für den da zu sein.
Nicht nur so als Handwerker, sondern auch so "ich baue dir das und das wird cool und sei doch mutig" – weil ja, was ist das, wenn ich zu einem Autohaus gehe und mir ein teures Auto kaufe und der Verkäufer der steht dann so da und sagt "magst das haben, dann verkaufe ich dir das halt".
MARINA – 16:53
Ja, ja, es ist auf jeden Fall eine längerfristige Entscheidung, weil einfach nicht so schnell mal eine Badewanne ausgetauscht wird oder einfach eine… ja, alles.
Also ich meine, eine Armatur kann man schon mal schnell ausbauen und wieder neu einbauen, aber klar, natürlich, alles was feststehend ist, ist dann nicht so schnell austauschbar.
MARINA – 17:10
Das heißt, der Handwerker ist ja schon ein sehr intimes Bindeglied, tatsächlich auch weil im Bad, also ein Bad ist ja schon ein Raum, der…
BENE – 17:18
In dem viel Zeit verbracht wird.
MARINA – 17:21
Viel Zeit verbracht wird und ja, da hast du vollkommen recht, Bene.
BENE – 17:25
Eine Frage habe ich an dich aber noch, Mimi. Wenn – wir haben vorhin darüber geredet, oder wir haben jetzt gerade darüber geredet, dass so ein Badezimmer, das tauschst du ja nicht einfach mal so mir nichts dir nichts aus. Beim Auto ist es dann vielleicht sogar noch was anderes, wahrscheinlich. Die Zeit, die man ein Auto fährt, ist deutlich kürzer, wie man in einem Badezimmer steht. Wenn du da jetzt so ein Badezimmer planst, wie viel Mimi steckt da in so einem Bad drin?
MARTINA – 17:51
Das kommt auf den Kunden drauf an. Wenn der jetzt eine ganz klare Richtung hat, wie das sein soll, dann spricht man da nicht zu sehr rein, weil der einfach weiß, was er will. Wenn jetzt jemand noch gar nicht weiß, was er will und ich merke, dass die Energie einfach passt, dass wir einfach, ja, ich verstehe den Kunden und der merkt, dass ich ihn verstehe, dann ist da, glaube ich, schon immer vom Berater ein bisschen die eigene Feder mit dabei.
BENE – 18:23
Nachvollziehbar, ja, geht ja wahrscheinlich gar nicht anders. Wenn man, wenn man so eng miteinander arbeitet, dann ist da halt auch am Ende des Tages, wie ich es gesagt habe, ein bisschen Mimi drin. Das gehört halt einfach mit dazu. So, ich glaube, wir könnten das Ganze noch Stunden weiterführen mit dir.
Wir sind, aber so allmählich kommen wir auf die Zielgerade, unserer ersten Podcastfolge. Aber wir hätten zum Abschluss – ich meine, wenn wir jemanden hier haben, die seit 18 Jahren nichts anderes macht, viele Jahre davon bei Richter+Frenzel, ein paar andere Jahre woanders, aber auch da wurde natürlich richtig gut Erfahrung gesammelt – jetzt möchte ich noch auf ein Thema eingehen, das glaube ich für jeden, der umzieht, der baut oder generell ein neues Domizil, in ein neues Domizil einzieht:
Es ist das Badezimmer ohne Fenster. Jeder will natürlich das Bad mit Fenster haben. Da hast du schöneres Licht, du kannst schöner lüften, etc... Jetzt ist es aber so: Jetzt gehen wir davon aus, es geht nicht anders. Das Bad hat halt einfach kein Fenster. Die baulichen Gegebenheiten sind halt so. Versetzen wir uns in den Handwerker rein:
Womit muss er denn beginnen? Worauf kommt es ganz besonders an, wenn er diese Herausforderung "Badezimmer ohne Fenster" angehen muss?
BENE – 19:39
Quick-Tipp.
MARTINA
Also wie du es angesprochen hast die Lüftungsanlage ist mit Sicherheit ein riesen Thema. Das muss funktionieren, sonst hat man Probleme.
BENE – 19:48
Ja, sonst wird's stickig.
MARTINA – 19:50
Ja, genau. Aber grundsätzlich jetzt wahrscheinlich eher weniger für einen Handwerker, sondern einfach allgemein für die Planung, ist die Beleuchtung.
Die ist aber auch in einem Bad super wichtig, wo ein Fenster drinnen ist, weil weil du nutzt ein Bad ja auch abends und nachts und das bringt, es bringt die schönste Badausstattung nichts, wenn sie nicht beleuchtet ist oder nicht richtig beleuchtet. Das ist sehr, sehr wichtig. Auch helle Farben bringen natürlich in einem Bad ohne Fenster viel.
MARINA – 20:20
Genau.
MARTINA
Und ansonsten, Ich habe leider auch ein Bad ohne Fenster.
MARINA
Wie hast du es gelöst? Wie ist dein Bad gelöst? Hast du dein Bad selber gelöst?
MARTINA – 20:29
Nein, leider war das schon fertig so. Ja. Also, es ist tatsächlich it ganz heller Möbelfarbe, also ich habe weiße Möbel drinnen und was ich immer richtig cool finde sind Pflanzen.
Also Pflanzen, Deko, einheitliche Deko, damit das auch ein Zusammenspiel hat und was mir auch sehr wichtig ist, gerade bei einem kleineren oder Bad ohne Fenster ist, dass einfach Ruhe und Ordnung herrscht. Das wirklich alles irgendwo seinen Platz hat.
MARTINA – 21:01
Das ja, ich sehe da manchmal Bilder, wo wirklich die Bäder total mit Wäsche überladen und mit Kosmetikartikel überladen und da darf man vielleicht dann einfach mal aussortieren und mal wirklich den Fokus auf das Wichtigste legen.
BENE
Also, würde ich als Quick-Tipp mitnehmen: Farbe, auf die Farbe, achten der Badmöbel; Licht, Licht ist total wichtig.
BENE – 21:18
Naja, und jeder muss halt sein Saustall daheim ein bisschen im Griff haben, damit es nicht gar so wild aussieht im Badezimmer ohne Fenster. Aber das gilt auch fürs Bad mit Fenster. Also, das eine oder andere Mal einen Pullover halt dann doch mitnehmen und nicht im Bad liegen lassen. Martina – jetzt habe ich wieder Martina gesagt –
BENE – 21:34
ich danke dir ganz, ganz herzlich. Das war ein tolles Gespräch und eine tolle Einstiegsfolge, wie ich finde. Also mir hat es mega Bock. Ich hoffe dir auch?
MARTINA – 21:43
Ja, war super cool.
MARINA – 21:44
Auf jeden Fall, wir hatten eine sehr, sehr schöne Zeit. Vielen Dank, dass du da warst.
BENE – 21:46
Dann haben wir eigentlich alles erreicht, wenn unsere erste Folge zu Ende geht, wir natürlich Wissen mitgenommen, Wissen mitgegeben haben, aber unser Premierengast auch noch zufrieden nach Hause fährt und erzählt "Hör mal, wer da liefert", das ist in Ordnung, die sind in Ordnung, mit denen kann man Podcast machen. Mir bleibt nur noch zu sagen: Das war's von uns und ich finde, dass unsere Martina Mirlach sauber abgeliefert hat heute-
MARINA – 22:14
Auf jeden Fall, also auch von mir noch mal danke, dass du da warst, die ganzen Fragen beantwortet hast und den Hörerinnen und Hörern ganz viel auch mitgegeben hast.
Und ja, ich sage jetzt mal: Bis zur nächsten Lieferung und der Rest des Handwerk.
BENE
Und bevor ihr den Hahn abdreht, noch ein kurzer Hinweis von uns: Wir freuen uns sehr über euer Feedback zu dieser Folge. Welche Themen aus der SHK-Welt interessieren euch? Welche Fragen sollen wir uns in Zukunft genau anschauen? Oder gibt es vielleicht sogar jemanden aus der Branche, den wir unbedingt mal zu Gast haben sollten?
MARINA
Schreibt uns daher gerne eure Anregungen, Fragen oder Wünsche. Wir freuen uns auf den Austausch mit euch. Ihr erreicht uns per E-mail unter podcast@r-f.de, direkt hier im Podcast oder über unsere Social-Media-Kanäle. Alle Links findet ihr wie immer in unseren Shownotes.
BENE
Danke, dass ihr reingehört habt und bis zur nächsten Folge von "Hör mal, wer da liefert".
“Warum der Außendienst in der SHK-Branche wichtiger wird, aber anders als früher.”
BENE – 00:00
Wir sind Marina und Bene und ihr hört: „Hör mal, wer da liefert“, den Podcast von Richter+Frenzel.
MARINA
Hier sprechen wir mit den Menschen aus der SHK-Branche über echte Geschichten, persönliche Erfahrungen und darüber, was hinter den Kulissen wirklich passiert.
In dieser Folge haben wir mit Tim Braune, Verkaufsleiter der Richter+Frenzel Niederlassung in Aschheim-Dornach, über das Thema „Außendienst in der SHK-Branche“ gesprochen.
Er kennt die Branche aus unterschiedlichen Perspektiven – vom direkten Kundenkontakt über den Außendienst bis hin zur Verkaufsleitung.
BENE
Zum einen haben wir über die Zukunft des Großhandels gesprochen. Wir haben uns mal angeschaut: Wie läuft denn Vertrieb eigentlich bei Richter+Frenzel?
Also, es gibt einen internen Blick hinter die Kulissen und wir klären mit Tim die Frage, warum es am Ende des Tages einfach immer noch heißt: Menschen kaufen bei Menschen.
In diesem Sinne, Marina, wir zwei haben genug geredet. Jetzt wird geliefert.
MARINA
Viel Spaß bei der nächsten Folge.
BENE – 00:51
Also die Marina und ich, wir freuen uns heute außerordentlich, dass Tim Braune bei uns zu Gast ist.
Transparenzoffensive: Ich gehe mit dem Tim ganz gerne auch mal bei uns in Aschheim-Dornach Mittagessen.
Ganz, ganz toll.
Vielen Dank, dass ich dich beim REWE an der Fleischtheke überreden konnte, dazu, dass du heute zu uns in den Podcast kommst und uns Einblicke gibst.
Ja, wie es denn jetzt mit dem Außendienst im SHK-Großhandel ist.
Heute soll sich alles um die Frage drehen, warum der Außendienst in der SHK-Branche immer wichtiger wird, aber eben ein bisschen anders als früher.
Tim, du machst das – wir haben es vorhin, haben wir schon mal kurz darüber gesprochen – SHK machst du seit 20 Jahren. Bei Richter+Frenzel seit sechs Jahren.
Wenn du jetzt auf die letzten Jahre blickst und mal deine Erfahrung zusammenkratzt und überlegst: Was hat sich denn im Außendienst deiner Meinung nach im Vertrieb am meisten verändert?
TIM – 01:40
Erst mal vielen Dank, dass ich da sein darf. Freut mich sehr.
Und ja, auf die erste Frage gleich einzugehen, Also, am meisten verändert hat sich, glaube ich, der Kundenkontakt.
Wie oft bin ich beim Kunden, wie oft bin ich wirklich vor Ort, um meine Sachen zu besprechen, die Themen, die ich habe.
Bedeutet also, als Beispiel bei mir:
Ich war, als ich im Außendienst war – da bin ich immer montags, war ich bei der Firma Kessler und dienstags bei der Firma Merkle.
Das war schon sicher.
Da bin ich um 9:00 Uhr angetanzt, gab einen guten schwarzen Kaffee, sehr stark.
Und danach haben wir kurz über alles Mögliche gesprochen. Und danach sind wir die Aufträge durchgegangen.
Was braucht er, was machen wir?
Wir sind einmal noch durchs Lager, haben das Lager aufgefüllt.
Ich habe alles aufgeschrieben, die und die Dinge brauchen wir, und dann bin ich wieder gefahren.
Und dann habe ich das Ding in den Innendienst gegeben. Hab gesagt: Hier, bitte rausschreiben.
Und dann war die Sache erledigt.
Und die Woche drauf habe ich das Gleiche wieder gemacht.
Und das ist halt heutzutage überhaupt nicht mehr so.
Also, heutzutage ist wirklich: Du musst präsent beim Kunden sein, aber eben nicht auf die Nerven gehen, sondern du musst wirklich die Zeit, die du beim Kunden hast, effektiv nutzen.
Das heißt, du musst wirklich sehr, sehr gut vorbereitet in die Termine gehen.
Du musst wissen: Was sind unsere offenen Themen? Was für Produkte oder was für Themen habe ich, die ich dem Kunden präsentieren möchte?
Weil du einfach gar nicht die Chance hast, nächste Woche wieder hinzugehen und zu sagen: Habe ich das halt vergessen, jetzt mache ich das halt nächste Woche.
BENE – 03:07
Also ist dieses Bild, was wahrscheinlich viele vom klassischen Außendienstler im Kopf haben: Der hockt von Montag bis Freitag, von früh bis spät hockt er in seinem – bei Richter+Frenzel sind es meistens Passats – sitzt da drin, telefoniert hüpft von Baustelle zu Baustelle, trinkt da Kaffee, isst da Leberkäse.
TIM – 03:22
Also, ich glaube, es ist nicht nur ein „Party-Sat“, dass man dann unterwegs ist und sagt ja, hier, komm, da hole ich mir einen Leberkäswecken und dann setze ich mich mit denen da zusammen und dann redet man halt mal ein bisschen über den FC Bayern oder über Ähnliches.
So ist es absolut nicht.
Es gibt natürlich 100 % auch noch diese Kunden, mit denen man das machen muss und mit denen das auch Spaß macht, dass man das so machen kann.
Aber am Ende des Tages geht es darum, dass man eben gemeinsam erfolgreich ist, also der Kunde mit uns erfolgreich ist.
Und das ist das, um was es geht.
Und da müssen wir um viel mehr Dinge, ja einfach viel mehr Dinge mit dem Kunden besprechen, damit wir erfolgreich sind.
MARINA – 03:58
Du hast es ja jetzt eh schon angedeutet, dass sich da auch die Beziehung so ein bisschen verändert hat von früher zu heute.
Wie würdest du denn sagen, hat sich die Beziehung zwischen Kund:innen und dem Außendienst jetzt im Jahre 2026 so verändert?
TIM – 04:11
Also ich glaube, dass sich die Beziehung grundsätzlich zwischen den Menschen gar nicht so sehr verändert hat, sondern es gibt immer noch die gleichen Werte, sage ich mal; die zählen immer noch. Verlässlichkeit, dass man sich sofort um die anfallenden Themen kümmert, das ist, glaube ich, ganz, ganz wichtig.
Und das war/ist heute so, das war aber auch vor 20 Jahren so, also ich glaube nicht, dass die menschliche Komponente da sich arg verändert hat.
Eher die Kommunikation: Wie kommuniziere ich, was tue ich?
Also heutzutage natürlich Telefon, WhatsApp über den Onlineshop, über die angeschnittenen, ich sage jetzt mal von dem Handwerker Programm zu uns, wie haben wir da die Schnittstelle?
Und dann eben vor allem eben dieser noch persönliche Kontakt, aber der ist eben viel, viel, viel, viel seltener.
Das ist einfach so.
MARINA
Aber er ist nach wie vor natürlich noch sehr, sehr wichtig, weil der Mensch kauft ja einfach noch vom Menschen.
TIM – 05:04
100 %. Also es ist, das kommt nachher immer auf die Person an, die vor Ort beim Kunden ist.
Und wenn die Person, die Richter+Frenzel in dem Fall vertritt, super ist, guten Kontakt hat, sich da um die Angelegenheiten kümmert, dann funktioniert das auch einwandfrei.
Dann haben wir da wirklich wenig Probleme und können da gut mit dem Kunden zusammenarbeiten.
MARINA – 05:27
Super!
Man hört es auch wieder heute im Hintergrund.
Wir sitzen mitten im ProfiStore in Gräfelfing
BENE
Lässt sich Gott sei Dank nicht verbergen.
MARINA – 05:35
Ja, genau hier ist was los bei uns.
Was erwartet denn einen SHK-Profi, Tim, heute vom Großhandel außer Preis und Verfügbarkeit?
MARINA – 05:43
Also was würde der SHK-Profi erwarten?
TIM
Das ist, glaube ich, heutzutage ist es ganz entscheidend, dass wir den Prozess mit dem Kunden gemeinsam gestalten.
Also die Prozessicherheit ist für den Kunden noch entscheidender, als es früher war.
Früher wurde natürlich auch viel vorausgeplant, was auch heute vorausgeplant wird.
Aber man hat den Kunden – oder die Kunden wissen auch natürlich: Ich kriege die Ware auch morgen.
Also ich muss jetzt gar nicht vorplanen – aber es ist oft eben so, dass eben auch große Mengen benötigt werden und da müssen wir einfach im Prozess mit dem Kunden mit dabei sein und wissen, das braucht der Kunde und er braucht es dann.
Und dann muss unser Prozess gemeinsam einfach passen. Und das sind einfach dann, zu den Prozessen gehören eben auch die Schnittstellen, also über welche Schnittstelle kommunizieren wir?
Also kommunizieren meine ich jetzt nicht, also telefonisch oder so, sondern eben: Wie kriegen wir die Bestellungen, wie kriegen wir die Anfragen? Wie schnell kriegt der Kunde die Anfragen zurück?
Oder wenn er ein Problem hat wie, wie schnell wird ihm geholfen und wie einfach ist es für ihn bei uns zu bestellen?
Bedeutet wir müssen es eben dem Kunden möglichst einfach machen, bei uns zu bestellen und die Prozesse, die er hat, in unsere Prozesse versuchen zu integrieren.
Das wir dann einfach gemeinsam einen guten und schnellen Ablauf haben.
BENE – 06:57
Das heißt, dass ihr, also dass du und deine Kollegen am Ende des Tages nicht nur Richter+Frenzel Mitarbeiter sind, sondern dass ihr im besten Fall auch maximal integriert seid im Handwerkerunternehmen.
TIM – 07:09
Das ist natürlich der Optimalfall.
Das heißt also, wenn wir, wenn wir Teil des Unternehmens, des SHK-Unternehmens sind, dann ist es natürlich für uns das Beste, was gibt, weil wir einfach gut zusammenarbeiten.
Wenn du gut zusammenarbeitest, kann man auch gemeinsam erfolgreich sein.
Das ist so mal mit eines der größten Themen:
Wenn wir Teil des Unternehmens, also des Handwerkers sind, dann ist für uns natürlich super, weil man dann, da kann man auch viel einfacher Dinge umsetzen, die für uns dann besser sind oder auch die dann eben für den Kunden einfach besser sind.
Also dass wir einen Mehrwert für den Kunden bieten, weil, ich sage mal, es ist immer wichtig in der Kundenbeziehung, dass viele verschiedene Themen einfach stimmen.
Das heißt also, die Systemlandschaft muss stimmen, die Menschen, die miteinander arbeiten, müssen stimmen.
Das muss einfach für den Kunden sein, dass es, dass es passt. Es spielt auch der Preis eine gewisse Rolle. Also da braucht man nicht drüber reden.
Wenn ich jetzt sage "das ist völlig uninteressant“ – das stimmt nicht. Der Preis muss natürlich genauso passen.
Aber dadurch, wenn viele verschiedene Dinge einfach passen, dann sind wir nachher gemeinsam erfolgreich.
BENE – 08:10
Und ganz offensichtlich der Kunde, der hier gerade durch den ProfiStore läuft, der hat einen unfassbar guten Außendienstler, weil der glücklich pfeifend durch die Gänge läuft.
MARINA – 08:17
Sehr glücklich.
BENE – 08:18
Da hat jemand was richtig gemacht.
MARINA – 08:20
Ja, da hast du ja die Frage, was einen guten Außendienst ausmacht.
Hast ja schon so mehr oder weniger beantwortet, dass man einfach Teil des Ganzen einfach ist.
Dass jeder einfach seinen Teil dazu beiträgt, dass jeder einfach mitmacht, die Prozesse gut zusammen, Hand in Hand wie ein Zahnrad steuert.
Und wo – jetzt mal von der anderen Seite gefragt.…
BENE – 08:41
Tim hat einen Fan.
MARINA – 08:42
Ja, du hast einen Fan. Ich sehe es auch gerade.
BENE
Sie ist wieder weg, die Fliege.
MARINA
Was frustriert den Kund:innen aus deiner Sicht aktuell am meisten?
Also wo sagst du da ist wirklich so ein Pain?
Da könnte man oder da müsste man vielleicht auch noch mal genauer hinschauen oder kann man auch ganz gut reingehen?
TIM – 08:58
Genau. Ich glaube, dass der größte Pain ist tatsächlich, wenn Ware eben nicht verfügbar ist.
Also das ist wirklich so, das ist einfach ärgerlich, weil das für viele Seiten einfach Geld kostet und deswegen ist das natürlich auch ein großer Pain-Punkt.
Also das sind dann Sachen, wo dann auch der Außendienst teilweise eben mit gefragt ist, eben zu gucken, wie organisiere ich denn jetzt einfach die Ware, die jetzt gerade fehlt?
Wie kriege ich denn die jetzt eigentlich kurzfristig zu meinem Kunden und wie kann ich meinem Kunden helfen?
Und das ist eben auch ein wichtiger Punkt des Außendienstes, dass er eben für den Kunden die Probleme aus dem Weg schafft, sondern dass er sagt: „Hey, ich bestelle dort und da geht auch mal was schief.
Aber ich weiß, wenn was passiert, der Kollege von unserer Seite, der kümmert sich, der macht, der tut, der ist für uns da.“
Und wenn wir da irgendwelche Themen haben, dann können wir uns sicher sein – oder die Kollegin auch mal – die kümmert sich drum und macht es.
Also das ist glaube ich wichtig, dass wenn diese Punkte irgendwo ineinandergreifen, man einfach weiß „hey, die kümmern sich“ – da wird auch mal ein Fehler verziehen, dann ist alles nicht so schlimm.
Aber wenn du natürlich ständig irgendwelche Fehler machst und du ständig was ausbessern musst, dann liegt es natürlich schon auch viel an der Bindung des Kunden an den Außendienst, dass er auch weiter bei uns bestellt.
MARINA – 10:14
Ja, absolut.
BENE
Und dann fassen wir es einmal, kurz noch mal zusammen: Wenn du es, wenn du den Außendienstler, den guten Außendienstler, dir basteln könntest, was macht denn heute aus?
Einmal als Abschluss.
TIM
Was macht den guten Außendienstler aus?
TIM – 10:30
Also dass er auf jeden Fall Spaß am Verkaufen hat, also Spaß im Vertrieb hat.
Dass er gut mit Menschen kann, dass er das auch gerne macht.
Dass er auch gerne sagt: „Hey, dein Problem wird zu meinem Problem und ich kümmere mich darum.“
Das ist natürlich auch mitentscheidend und dass man eben auch gemeinsam gut mitarbeiten kann, dass man einfach sagt: Hey, der Kollege oder die Kollegin sagt, hey, wir müssen das und das machen und dann geht er mit dem aus, also der Außendienst geht mit dem Kunden gemeinsam Themen an und wir machen das gemeinsam und haben gemeinsam Erfolg.
Das ist so das Thema, wo ich sage immer wenn wir das gemeinsam hinkriegen, dann sind wir alle erfolgreich und dann ist das auch ein Top-Außendienstmitarbeiter.
BENE – 11:06
Jetzt hat er natürlich von den Kolleginnen und Kollegen von Richter+Frenzel quasi in den letzten, der letzten Minute gesprochen, die hast du beschrieben.
Lass uns mal in diesem Kontext einfach auf uns auf Richter+Frenzel schauen. Nicht umsonst haben wir uns den Verkaufsleiter von Richter+Frenzel hier ins Studio reingeholt.
Wir haben über Entwicklungen, Veränderungen gesprochen.
Wir haben darüber gesprochen, wie der Außendienstler heute sein soll.
Wie steht denn Richter+Frenzel deiner Meinung nach da?
TIM – 11:33
Ich glaube, wir sind da sehr gut aufgestellt.
Also wir haben viele sehr, sehr gute Mitarbeiter, die sehr für die Firma brennen und auch da wirklich für den Kunden einstehen und alles Mögliche tun, dass wir erfolgreich sein können und dass da auch der Kunde erfolgreich sein kann und dass wir natürlich auch unsere Prozesse haben, die wir irgendwo dem Kunden beibringen müssen, damit wir eben da sagen können:
„Das ist unser Prozess. Wie kriegt man denn das da einfach hin?“
Aber wir sind da, glaube ich, als Richter+Frenzel, was die Handwerker angeht, wirklich sehr, sehr, sehr gut aufgestellt.
BENE – 12:08
Und trotzdem würde ich dich danach fragen wollen, weil du sprichst davon, dass wir unsere Prozesse auch den Kunden zeigen.
Jetzt möchte ich trotzdem mit dir aber darüber reden, oder wir möchten mit dir darüber reden:
Wo haben wir denn Verbesserungspotenzial? Also wo siehst du tatsächlich noch Nachholbedarf? Wo haben wir unsere Hausaufgaben noch nicht ganz gemacht?
TIM – 12:27
Genau.
Also ich glaube, das ist natürlich ein Zusammenspiel, nicht nur des Außendienstmitarbeiters, sondern schon komplett des Vertriebs ist.
Das heißt, dass wir eben auch viel in die Kommunikation mit dem Kunden gehen und dass wir die Pain-Punkte, die der Kunde hat, möglichst reduzieren.
Das heißt, dass wir unsere Prozesse von Anfang an gut gestalten.
Das heißt, wir müssen eben auch nachfragen: Wann benötigt der Kunde die Ware? Haben wir genügend Ware?
Da müssen wir uns darum kümmern, dass die Ware zum richtigen Zeitpunkt vor Ort ist. Und da müssen wir, glaube ich, schon noch einen Ticken besser werden.
Dass wir halt einfach da mehr mit dem Kunden sprechen, mehr mit dem in Kontakt gehen. Und – sage ich ganz blöd – nicht nur immer eine Mail schreiben, sondern eben einfach auch mal anrufen und mal kurz mit ihm darüber sprechen.
Dann kann man viel schneller Dinge klären, wie wenn man, weil man hat dann immer noch mal eine Rückfrage und das sind, glaube ich schon so Dinge, da können wir uns noch verbessern und da haben wir einfach Potenzial noch zu wachsen.
BENE – 13:24
Und ich glaube, wir können niemals eine Folge mit einem Vertriebler aufzeichnen oder ohne über die Dreistufigkeit zu sprechen. Ist immer wieder in aller Munde.
Welche Zukunft hat denn der dreistufige Vertriebsweg noch? Was glaubst du denn?
Also was sind denn die Faktoren, damit der Großhandel auch in Zukunft weiterhin besteht?
TIM – 13:46
Also wir haben, wir führen ein neues SAP-System ein und da werden wir schon ganz viele Dinge richtig machen, um auch in Zukunft gut bestehen zu können.
Das heißt also wir, du brauchst eine gute Datenqualität, du brauchst total viele, also du brauchst total viele Produkte, die angelegt sind, damit die Kunden die auch bestellen können.
Weil nur wenn du eine Artikelnummer hast und die Ware nachher auch verfügbar hast, kannst du die Ware bestellen.
Das machen wir sehr gut mittlerweile.
Wir sind da sehr weit was die Artikelanlage angeht und durch das neue System werden wir auch ganz viele Prozesse einheitlicher gestalten.
Natürlich ist es für uns das liegt auch mit am Vertrieb natürlich, dass wir die richtigen Dinge tun, damit wir die richtigen Dinge, oder auch den richtigen Output haben und dass der Kunde dann auch die richtigen Dinge hat.
Aber da durch modernere Einsatzmöglichkeiten von anderen Systemen werden wir einfach schneller werden.
Und wenn du eben schnell und gut bist, dann ist der Vertriebsweg – ob einstufig oder zweistufig, dreistufigen egal – du musst einfach gut sein und wenn du gut bist, dann bleibt auch dein Vertriebsweg so bestehen.
MARINA – 14:56
Du sprichst ja ganz viel von Prozessen und dass wir gerade so in der Entwicklung sind bei Richter+Frenzel, dass da ganz viel passiert.
Was glaubst du denn, welche Erwartungen haben denn die Handwerksbetriebe zukünftig an den Großhandel?
TIM – 15:10
Ich glaube, dass wir eben noch schneller sein müssen in vielerlei Hinsicht.
Das heißt also, dass das, wenn ein Problem besteht oder wenn zum Beispiel auf ein Angebot gewartet wird, dass wir da dem Kunden einfach die Angebote oder die Ware schnell zur Verfügung stellen.
Gerade vor allem auch in der Vertriebsseite.
Das heißt in den Ausstellungsangeboten, wenn der Endkunde zu uns in die Ausstellung geht, dass der eben auch relativ schnell das Angebot von uns bekommt und das richtige Angebot bekommt und er sich damit dann einfach auch schon mit uns connected ist, so dass er es in seiner Software schnell verarbeiten kann.
Das heißt also, dieses Schnittstellen-Thema, das wir mittlerweile schon lange haben, wird immer noch wichtiger, dass der Kunde einfach mit uns gemeinsam arbeiten kann.
BENE – 15:53
Also es ist schon ein Stichwort, auch Verbindlichkeit einfach, wie man das aus dem Privatleben kennt.
Derjenige, der verbindlich ist, der verlässlich ist, der ist halt am Ende des Tages derjenige, der gewinnt hinten raus.
TIM – 16:02
Absolut. Verbindlichkeit ist mit das Wichtigste.
Also wenn du, wenn du verbindlich bist und dich um die Sachen kümmerst.
Ich sage immer zu meinen Kollegen im Außendienst, wenn wir das innerhalb von zwei Tagen, also 48 Stunden, alle Punkte, die der Kunde uns mitgegeben hat, abgearbeitet haben, dann sind wir im Kopf, dann weiß der, wir kümmern uns drum und wir machen das drum.
Manches musst du gleich machen, manches muss man halt auch was abklären.
Aber alles, was du innerhalb von 48 Stunden machst, das bleibt im Kopf, beim Kunden.
BENE – 16:29
Ich finde das immer so beeindruckend.
Ich habe ja mit Vertrieb gar nichts zu tun.
Wir beide ja ehrlich gesagt nicht wahnsinnig viel mit Vertrieb zu tun.
Ich finde das immer so beeindruckend, wenn man vor irgendeinem unserer ProfiStores steht, und wenn da man dieses Zusammenspiel zwischen Richter+Frenzel Mitarbeiter – und jetzt gehen wir mal weg vom Außendienstler, genauso die Kollegen, die im ProfiStore arbeiten oder auch in den BäderStores – ich finde das immer ganz spannend zu sehen, wie gut das funktioniert.
Also was da für eine Herzlichkeit auch in der Beziehung zwischen unseren Kunden und unseren Kolleginnen und Kollegen da ist.
Ich ziehe da immer ganz arg den Hut.
TIM – 17:01
Absolut.
Das ist ja auch das Persönliche und was wir auch vorher besprochen haben, diese menschliche Komponente, die ist einfach da.
Und die Leute, die, wenn du, wenn man sympathisch ist, wenn du dich um den Kunden bemühst, wenn – einfach wie im Privatleben – wenn man gut miteinander auskommt, dann kommt der Kunde natürlich auch zu dir und dann kommt der in den ProfiStore und geht gerne in den Profis Store und unterhält sich noch und weiß dann auch: Hey, da kriege ich meine Ware.
Und wenn ich was nicht brauche, der Kollege kümmert sich, dann ist es perfekt.
BENE – 17:29
Ja. Absolut.
MARINA – 17:30
Ja, denke ich auch, dass es einfach dieses Zwischenmenschliche ist, was hier auch passiert.
Ich beobachte das auch, wenn ich hier reingehe in Gräfelfing, in den ProfiStore und dann mal kurz durchlaufe, das ist einfach schon ein freundschaftliches Verhältnis, was man da schon so beobachten kann.
TIM – 17:43
Total. Ja. Absolut.
MARINA – 17:45
Ja, und jetzt haben wir ganz viel gesprochen. Ganz viel Spannendes hast du uns mitgegeben. Vielen lieben Dank, Tim.
Ich habe uns noch so gegen Ende des Programms sage ich jetzt mal, noch eine Rubrik mitgebracht.
Und zwar die Rubrik “Fragenshower”.
Ich werde dir jetzt drei Fragen stellen und du, einfach das erste, was dir jetzt in den Sinn kommt, beantwortest du mir einfach.
Bist du bereit?
TIM – 18:12
Ich bin bereit.
BENE – 18:15
Schau ihn dir an, wie er brennt, du.
Der will doch jetzt hier beantworten und dann wieder raus und verkaufen.
MARINA – 18:20
Also los geht's mit der ersten Frage.
Und zwar: Was antwortest du Personen, die sagen, der Außendienst ist ein absolutes Auslaufmodell?
TIM – 18:28
Absolut nicht.
Der hat viel zu viel wichtige Tätigkeiten für das Unternehmen zu tun und ist das Aushängeschild des Unternehmens beim Kunden.
Deswegen wird es nie ein Auslaufmodell sein.
MARINA – 18:40
Super. Ja, denke ich auch.
Einfach, wie vorher schon gesagt, Menschen kaufen von Menschen und das ist einfach dieses persönliche Verhältnis, was du jetzt auch schon mehrfach angesprochen hast.
Zweite Frage: Was brauchen Kund:innen heute mehr digitale Prozesse oder doch dann den persönlichen Ansprechpartner?
TIM – 18:57
Ich glaube, es muss ein Zusammenspiel sein, also absolutes Zusammenspiel.
Und zwar wenn die Prozesse passen und auch noch das Menschliche funktioniert, dann sind alle erfolgreich.
Und das ist das Wichtigste.
MARINA – 19:09
Ja, und jetzt noch zum Abschluss die dritte Frage: Ja oder nein?
Sind gute Außendienst Mitarbeitende heute wichtiger denn je?
TIM – 19:20
Ja.
BENE – 19:24
Das war eine Kunstpause, da hat er die Kunstpause eingelegt.
BENE – 19:27
Tim, dankeschön.
Das war der Fragenshower, eine unserer Kategorien im Podcast „Hör mal, wer der liefert“ von Richter+Frenzel – muss man zwischendrin auch noch mal sagen, wie der Podcast heißt – vielen, vielen Dank, dass du da warst.
TIM – 19:37
Ja, vielen Dank, dass ich da sein durfte.
Ich hoffe, es war für euch genauso interessant und hat Spaß gemacht wie mir und bedanke ich mich sehr, dass ich dabei sein durfte.
MARINA – 19:46
Absolut.
Also ich glaube, wir haben ganz ganz viel auch mitgenommen und wir hätten noch ganz viele weitere, viel, viel mehr Fragen stellen können.
Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, dass du da warst und ja mit uns die ganzen Einblicke auch geteilt hast, aus deinen Erfahrungen und aus deiner Zeit jetzt auch bei Richter+Frenzel.
BENE – 20:01
Hat super Spaß gemacht, war sehr, sehr angenehm.
Wussten wir ehrlich gesagt natürlich auch, als wir dich angefragt haben:
„Mensch Tim, hast du Lust?“
Und Tim hat ungefähr 1,3 Sekunden überlegt, ob er mitmacht. Und dann hat er gesagt: „Klar bin ich dabei, ist überhaupt kein Thema.“ Also danke für dieses Gespräch.
Hat wirklich großen Spaß gemacht, dass da jemand auch mal, ich sage mal die Schatulle öffnet und ein bisschen darüber redet, wie es ist, wie man auch den Kunden sieht.
Vielen, vielen Dank, dass du heute bei uns warst.
Mir bleibt ehrlich gesagt oder uns bleibt nur noch zu sagen den Sack machen wir jetzt zu.
Das war's von uns heute.
Und der Tim, der hat ganz schön abgeliefert.
MARINA – 20:36
Ja, und ich sag da nur noch: Bis zur nächsten Lieferung.
Der Rest ist Handwerk.
TIM
Danke. Ciao. Ciao.
BENE – 20:42
Und bevor ihr den Hahn abdreht, noch ein kurzer Hinweis von uns: Wir freuen uns sehr über euer Feedback zu dieser Folge. Welche Themen aus der SHK-Welt interessieren euch? Welche Fragen sollen wir uns in Zukunft genau anschauen?
Oder gibt es vielleicht sogar jemanden aus der Branche, den wir unbedingt mal zu Gast haben sollten?
MARINA
Schreibt uns daher gerne eure Anregungen, Fragen oder Wünsche.
Wir freuen uns auf den Austausch mit euch.
Ihr erreicht uns per E-mail unter podcast@r-f.de, direkt hier im Podcast oder über unsere Social-Media-Kanäle.
Alle Links findet ihr wie immer in unseren Shownotes.
BENE
Danke, dass ihr reingehört habt und bis zur nächsten Folge von
MARINA / BENE
"Hör mal, wer da liefert".
MARINA
Ja, heute, Bene, heute sprechen wir mit Robert Oberberger,KG-Geschäftsführer von Richter+Frenzel, hier live von der RIFA 2026 – in unserem Podcast „Hör mal, wer da liefert“.
BENE
Eine ganz besondere Situation für uns alle – nicht nur für Robert Oberberger, sondern natürlich auch für die Marina und für mich, denn live haben wir es noch nie gemacht.
MARINA
Noch nie.
BENE
Und im Podcast mit Robert Oberberger haben wir natürlich über seine Eindrücke nach dem ersten Messetag auf der RIFA gesprochen.
Wir haben mit ihm mal in die Glaskugel so ein bisschen geblickt und haben mit ihm darüber gesprochen: Wohin geht es denn mit unserer Branche? Und zum Ende hin ist es auch noch mal persönlicher geworden, denn Robert Oberberger, der ist ein echter Bauchmensch.
MARINA
Absolut. Und ich würde sagen: Genug geredet. Wir starten jetzt, Bene. Jetzt wird geliefert.
MARINA – 00:45
Hallo Robert und herzlich willkommen zu unserem heutigen oder zu unserer heutigen Folge „Hör mal, wer da liefert“, dem Podcast von Richter+Frenzel.
Wir sind heute nicht in unserem üblichen
Podcast-Studio in Gräfelfing, sondern hier live auf der RIFA. Hallo Robert, schön, dass du da bist.
ROBERT
Servus zusammen, hallo!
BENE
Also eine Premiere für uns alle, dass wir das zum ersten Mal live vor Publikum auch machen. Es freut uns sehr, dass ihr alle da sitzt, dass ihr zuhört und euch mal … Applaus bitte. Da gibt's sogar Applaus aus dem Publikum. Ja, herrlich, wunderbar. Das nimmt jetzt jede Aufregung, glaube ich. Jetzt passt’s. Jetzt fühlt es sich super privat an.
ROBERT – 01:20
Ich habe das Gefühl, die Erwartungshaltung
ist jetzt noch gestiegen.
BENE
Robert, ist das dein erster Podcast?
ROBERT
Ja, leider. Oder Gott sei Dank.
BENE
Du bist, also du bist das erste Mal heute premierenmäßig in einem Podcast, gleich dann hier von deinem, von deiner eigenen Firma.
ROBERT
Ja, genau, das ist ja ein neues Format bei Richter+Frenzel und natürlich ist es jetzt Premiere für mich. So eine kurze Rede oder eine Begrüßung macht man ja öfter, aber so ein Podcast ist dann doch – und noch dazu vor Live-Publikum – ist schon was anderes, muss man echt sagen.
BENE
Und dann ist es die Herausforderung für dich, Marina und für mich, dem Robert Oberberger ein gutes Gefühl zu geben.
ROBERT
Ja, genau.
BENE
Und dabei selber aber nicht zu vergessen, dass das für einen ja auch nicht so normal ist, was wir hier tun.
MARINA
So ist es. Genau so ist es. Ja, der erste Tag der RIFA ist jetzt oder neigt sich langsam, langsam dem Ende zu. Wie geht es dir?
ROBERT – 02:08
Mir geht es super. Natürlich ein bisschen abgekämpft, die Füße tun weh, aber ansonsten geht es mir super. Wir haben eine gute Stimmung in den Hallen. Wir haben viele Kunden da, unsere Lieferanten können gute Gespräche führen. Also mir geht es echt super gut.
BENE
Robert, wir haben ja alle untereinander, es gibt so ein großes RIFA-Team, die das alle miteinander planen – natürlich immer federführend von der Kollegin, darf man, glaube ich, an der Stelle auch einfach mal sagen, der Kollegin Sonja Hemmelmann. So, jetzt ist es… über Monate sind wir miteinander in Kontakt, aber jetzt du auch noch als Geschäftsführer, du bist ja in allen Entscheidungsprozessen mit drin gewesen.
ROBERT
Na ja, in den wichtigsten, sagen wir mal so.
BENE
In den wichtigsten bist du mit drin gewesen. Aber wie schafft man es denn, so eine Messe auf die Beine zu stellen, parallel aber das Tagesgeschäft nicht zu vergessen?
ROBERT – 02:56
Ja, das ist natürlich eine Herausforderung. Und es beginnt ja – eine RIFA beginnt ja nicht zwei Monate vorher vor der Eröffnung der Tore, sondern das sind ja meistens 16 Monate zuvor.
Also der gute, abgedroschene Satz „nach der RIFA ist vor der RIFA“, der stimmt zu 100 %. Wenn wir jetzt morgen fertig sind, abends geht die Planung eigentlich schon wieder… also erstmal Resümee „Was war gut, was war schlecht“ und dann geht es schon wieder los. Und am Anfang ist das ja alles noch entspannt, da macht man Ideensammlungen und dann trifft man sich mal mit ein paar Leuten.
Aber je näher die RIFA kam, so sechs Monate zuvor, merke ich dann plötzlich, dass ich keine Assistentin mehr habe, dass ich meine Termine manchmal selber machen muss, dass irgendwelche Rückrufe auf der Strecke bleiben oder mal eine Präsentation nicht so gut läuft. Das ist dann der RIFA geschuldet.
Also wie gesagt, je näher die RIFA kommt, desto mehr sind die Leute alle mit eingebunden, desto weniger Zeit bleibt für das Tagesgeschäft – auch im Marketing. Wenn jetzt jemand einen Flyer gebraucht hätte bei uns in den letzten zwei Wochen, hätten wir wahrscheinlich gesagt okay, du musst warten bis nach RIFA. Wenn du eine Veranstaltung davor hast, musst du das irgendwie selber hinbekommen, weil natürlich alle Leute beschäftigt waren.
BENE
Weil es Prioritäten gibt.
ROBERT
Genau.
ROBERT – 04:09
Und dann hat die RIFA, ist für Richter+Frenzel einfach das Event und das hat dann absolute Priorität.
BENE
Es ist auch für dich die zweite RIFA.
MARINA
Es ist für mich die zweite RIFA jetzt genau, die ich dabei sein darf und genau…
BENE
ich finde das so besonders hier auf der RIFA, weil also man hat ja unterjährig hat man immer wahnsinnig viel Kontakt zu den eigenen Kollegen, aber halt telefonisch.
Weil Richter+Frenzel ist ja nicht nur – ich sag mal – die eigene Suppe bei sich am Standort, das sind viel mehr Leute. Ich finde das immer, ich finde das sensationell, wenn man dann die Leute mal wieder trifft, die man vielleicht sogar erst bei der letzten RIFA das letzte Mal gesehen hat.
ROBERT – 04:46
Ja, das ist ja auch ein Vorteil von der RIFA.
BENE
Dass alle zusammenkommen.
ROBERT
Wir wollen natürlich unsere Kunden treffen, das ist klar. Wir wollen Beziehungen knüpfen, wir wollen die Kunden begeistern für Richter+Frenzel. Aber auch ein Mehrwert der RIFA ist natürlich, dass viele Kolleginnen und Kollegen einfach die Chance haben, sich wieder mal zu treffen, auch gegenseitig in den Austausch zu gehen, um mal zu klären, was ist gut, was ist nicht so gut – und das macht die RIFA auch aus, ja.
MARINA – 05:12
Jetzt sind wir schon ein bisschen weiter gegangen. Ich würde gerne noch mal einen Schritt zurück tun. Gibt es denn jetzt für dich schon einen Moment, der für dich ganz besonders war, jetzt aber auch in der Vergangenheit?
ROBERT – 05:24
Also heute war ein ganz besonderer Moment, als wir geprobt haben für den Abend, als unsere regionalen Vertriebsgeschäftsführer alle das erste Mal auf der Bühne gestanden sind…
BENE
Holger Kießling sitzt auch im Publikum, der wird nachher richtig abliefern, das ist versprochen.
ROBERT
Das war sehr beeindruckend. Ehrlich, das war so ein Moment, wo man sieht: Okay, doch, ein großer, toller Laden. Ja, und auch in der Vergangenheit gab es viele tolle Momente. Jede RIFA hatte ihren tollen Moment. Da könnte ich jetzt viele Geschichten erzählen, aus dem Nähkästchen, mache ich jetzt nicht.
BENE
Ein absolutes Highlight bist du uns schuldig, eins.
ROBERT – 06:00
Ich bin mal zu spät gekommen zu einer Ansprache. Das war die zweite, die erste, die zweite RIFA. Da haben wir einen Abend zuvor eine Veranstaltung gehabt mit den Lieferanten und das war länger als geplant. Und ich habe mir dann den Wecker gestellt, aber irgendwie verkehrt. Und dann sollte ich um neun auf der Bühne stehen, die Kollegen waren schon alle da und ich nicht. Und dann bin ich eben mit Anzug und damals noch Krawatte quer durch alle Hallen, so schnell ich konnte gelaufen und war dann völlig außer Atem auf der Bühne. Das ist so, das ist mir echt in Erinnerung geblieben, weil normalerweise komme ich nicht zu spät.
BENE – 06:34
Aber jetzt, also jetzt mal auch dich transparent mitzunehmen, Robert. Ihr als Geschäftsführer, ihr rennt ja über die RIFA, jeder möchte was von euch, jeder möchte mit euch reden. Und es ist ja nicht so, dass du hier reinkommst, eine Breze isst und dann mit einem Weißbier dran stehst und dann einfach nur genießt – das ist ja wirkliche Arbeit für dich.
ROBERT
Ja, genau.
BENE
Und jetzt mal, jetzt erzähle ich mal aus dem Leben von Marina Prucker und Bene Schellenberger, es ist echt immer eine Herausforderung, euch einzusammeln. Ihr seid immer irgendwo, das ist Wahnsinn.
Ihr turnt durch alle Hallen von früh bis spät, seid überall unterwegs als der Geschäftsführer.
ROBERT
Das gehört zu uns. Also das ist ja eine Wertschätzung auch den Lieferanten gegenüber. Die unterstützen uns alle sehr extrem, dass die RIFA überhaupt durchgeführt werden kann. Und dann ist das natürlich eine Wertschätzung, dass man sich auf den Ständen blicken lässt. Aufgrund der vielen Termine, die man hat, also mit dem Podcast zum Beispiel, wird es eh schwer, jedem gerecht zu werden, sich überall mal blicken zu lassen. Mal ganz kurz zu reden, wie es so ist – aber das gehört dazu. Wer lange in der Branche ist wie ich, dann kennt man, dann kennt man natürlich auch viele Leute, dann will man auch die Leute treffen. Und es ist ja auch einfach, dann hier die Leute zu treffen. Ansonsten muss man oft mehrere 100 Kilometer fahren, um sich mal zu treffen. Und das macht es halt auch die RIFA einfach.
BENE
Du hast einen richtigen Walk of Fame gehabt, da sind wir von der Abendveranstaltung hier vor gelaufen und man kann mit dir nicht durch die Hallen laufen, ohne dass du ungelogen alle zwei Meter stehen bleibst, weil irgendeine Hand die entgegen fliegt.
ROBERT – 08:06
Ja, das stimmt. Aber es war schon mal anders. Also ich konnte zu meiner Anfangszeit in den 80er Jahren, wenn ich da eine Messe gegangen da hat mich keiner angeguckt.
MARINA
Inkognito.
ROBERT
Da hat mich keiner gekannt.
BENE
Robert, jetzt haben wir schon so ein bisschen über die RIFA geredet. Ich würde jetzt gern ein bisschen den Blick weitermachen und auch einfach mal drüber sprechen, damit es, damit es auch die Leute verstehen, die den Podcast hören oder heute hier bei uns mit dabei sind: Was bedeutet die RIFA – also, dass wir einfach mal drüber reden, was die RIFA für Richter+Frenzel bedeutet.
So, jetzt haben wir ja alles digital. Also ich kann das Handy zücken, links, rechts – und dann habe ich alle Informationen da. Aber erklär uns mal aus deiner Sicht,
warum so eine Präsenzmesse – wo man wirklich morgens aufsteht, ins Auto steigt, her fährt – warum es das immer noch braucht? Warum ist es so wichtig?
ROBERT – 08:56
Man kann heute jede Information, die ich brauche, kann ich mir heute digital holen. Also die KI hat das ja noch mal dynamisiert. Wenn ich mal was wirklich nicht weiß, kann ich – also im Tagesgeschäft – kann ich mir alles holen. Aber am Ende des Tages, wir sind ja alle Menschen, soziale Wesen. Wir leben vom Austausch, wir leben von der Beziehung, wir leben vom Reden. Wir leben, dass wir uns treffen können.
Wir wollen auch mal was anfassen, auch wenn es ein technisches Produkt ist. Und deshalb finde ich haben so Live-Messen auch wie die RIFA einfach noch einen sehr hohen Stellenwert. Und ich hoffe, dass wir den Stellenwert auch behalten, weil es sehr, sehr wichtig ist, dass wir, dass sich die Menschen treffen und miteinander sprechen. Und das Sprechen bleibt heute – wie zuvor auch, glaube ich, auf der Talkrunde mit den Azubis – das Sprechen bleibt heute oft auf der Strecke.
Die Menschen kommunizieren zu wenig miteinander und deshalb sind so Messen so wichtig, wo man einfach, wenn man ein Problem auf der Baustelle hat, das mal klären kann. Wenn es ein Problem gibt mit einem Produkt, wo man einfach seine Sorgen mal loswerden kann, wo man sich Ideen holen kann, wo man mal einen Kollegen treffen kann, mit dem reden kann „Du, wie machst denn du das? Ich habe das und das Problem ständig.“ – das ist sehr, sehr wichtig. Und dafür sind, ist die RIFA auch einfach – und auch andere Messen übrigens.
MARINA – 10:10
Wie nimmst du denn die aktuelle Stimmung in der Branche wahr?
Also welche Themen beschäftigen Großhandel und Marktpartner derzeit ganz besonders? Was hast du da für Gespräche führen können und was hast du da mitnehmen können?
ROBERT
Ja, das ist ja zweigeteilt. Also ich finde, tendenziell ist die Stimmung manchmal schlechter, als sie tatsächlich ist. Natürlich fehlt Volumen. Der mehrgeschossige Wohnungsbau ist nach wie vor schwierig. Die Renovierung konzentriert sich sehr stark nur auf die Energiewende, spricht also momentan extrem stark auf die Wärmepumpe und das bewegt natürlich alle und auch die ganzen Distributoren, die jetzt entstehen durch eben die Wärmepumpe in Verbindung mit Strom und PV, die darf man auch nicht unterschätzen.
Auch da gibt es viele Gespräche. Was bedeutet das für den dreistufigen Vertriebsweg? Wie groß ist der Kuchen am Ende für uns alle noch? Also solche Themen sind momentan schon in aller Munde. Und was mir, da ich ja sehr lange auch, also die Marke FOR auch mit vertrete und das Bad auch sehr wichtig ist für Richter+Frenzel – wir haben über 70 BäderStores, wo wir Bäder zeigen – das ist natürlich auch immer die Diskussion: Wann geht es mit dem Bad wieder aufwärts? Wann investiert der Endkunde auch wieder in sein Bad, in sein Wohlfühlen und nicht nur in eine neue Heizung? Dass das momentan wichtig ist für alle, ist klar. Aber wir bräuchten halt auch wieder mehr Bäder im Verkauf.
BENE – 11:45
Und wann geht es aufwärts?
ROBERT
Also bei der Wärme, also bei der Heizung definitiv.
Und beim Bad, würde ich mal sagen, haben wir eine stabile Seitwärtsbewegung auf niedrigem Niveau. Da machen wir, da mache ich mir Sorgen, weil einfach durch bestimmte Gesetzgebungen oder auch Entwicklungen international – ohne da jetzt näher darauf eingehen zu wollen – verteuern sich ständig die Produkte und das macht es nicht unbedingt einfach, auch für den Endkunden, weil natürlich so eine Badsanierung dadurch immer teurer wird – und das macht mir bisschen Sorgen.
Da würde ich mir mehr Stabilität in den Preisen wünschen. Aber insgesamt glaube ich doch, dass auch das Bad Wachstumsmarkt ist für die Zukunft, weil es gibt einfach noch zu viele alte Bäder, genauso wie es zu viele alte Heizungen gibt.
MARINA
Wenn wir jetzt, also wir sind jetzt hier gerade auch mitten im Podcast, was kann denn ein Podcast aus deiner Sicht für die Branche leisten?
ROBERT – 12:45
Also ich glaube ein Podcast kann sehr informativ sein für die Branche und und ich glaube es kann auch ein Kommunikationsmittel sein, dass halt jeder erkennt, dass wir alle Menschen sind, dass jeder einfach im Rahmen seiner Möglichkeiten das Beste gibt und dass uns immer die gleichen Themen bewegen in der Branche, egal welcher Name auf welchem Auto steht, welcher Name auf welchem Lkw steht. Am Ende haben wir alle dieselben Herausforderungen. Und das kann so ein Podcast durchaus leisten, weil wenn ich mir den anhöre, kann ich auch im Auto machen, ich sitze sehr viel im Auto, dann kann man da schon was mitnehmen, auch Information. Und ich finde, das gesprochene Wort kommt einfach auch gut an, kann man sich gut merken, nimmt man immer was mit.
BENE
Wie lange bist du in der Branche? Wir haben es gestern – über 40, oder?
ROBERT
Das sage ich nicht… über 40.
BENE
Du bist über 40 Jahre in der Branche.
ROBERT
84 habe ich angefangen, im August.
BENE
Da war ich -5 Jahre alt. Jetzt pass auf, Robert. Das ist ja, also, du hast es ja gerade schon angedeutet – und ich will auch politisch überhaupt nicht so ins Thema reingehen – aber in deinen 40 Jahren Berufserfahrung, und du hast es gerade so schön gesagt: Viele halten es für schlimmer als es ist. Aber hast du schon mal eine Phase, so eine Zeitspanne erlebt wie in der jetzt, wo ja angeblich irgendwie alles kacke ist.
ROBERT – 14:08
Es war immer ein Auf und Ab. Es ist eine volkswirtschaftliche Regel, dass es mal hochgeht und dann wieder runter. Das sind ja die Zyklen, die jeder kennt. Aber sagen wir mal so, so extrem negativ, wie es heute manchmal dargestellt wird, war es eigentlich noch nie. Und das ist nicht gut. Und vielleicht ist es auch, weil wir von so einem Hoch kommen. Also während der Coronazeit waren wir ja in der Branche alle auf Rosen gebettet und wir sind halt dann nach Corona relativ abrupt, alle miteinander extrem nach unten abgerutscht und ich glaube, das macht es gefühlt so schlimm.
Und wenn ich nicht ganz so hoch bin und dann runter gehe, ist es nicht so dramatisch, weil es natürlich egal ob es… zum Beispiel die Wärmepumpen-Hersteller haben – aufgrund der ganzen Energiewende und der Aussagen unserer Regierung – haben versucht, den vermeintlichen Bedarf zu decken, haben Produktionsstätten aufgebaut, das ist abrupt weggebrochen.
So krass war es noch nie, dass wirklich abrupt dann Werke nicht umgesetzt worden sind. Oder dass du im Januar noch volle Auftragsbücher hattest und im November war faktisch das Gefühl „Oh, da geht gar nichts mehr“ –
und das macht es glaube ich so schlimm. Also gefühlt so schlimm.
MARINA – 15:30
Welche Themen und Veränderungen würdest du denn sagen, wo geht denn da die Zukunft hin? Also wie wird sich das in den kommenden Jahren auch prägen? Also, wie ist da deine Einschätzung?
ROBERT
Ja, zum einen… schwierige Frage… also wir müssen uns natürlich mit der Digitalisierung auseinandersetzen und da müssen wir versuchen, auch unsere Prozesse zu optimieren, um unsere Kosten in den Griff zu bekommen. Alle miteinander. Wir haben, egal ob auf der Baustelle
oder auch bei uns, noch sehr viele Möglichkeiten, uns da deutlich zu verbessern. Stichpunkt Lean-Management und so, da gibt es noch viele Möglichkeiten insgesamt in der Branche. Wir müssen uns insgesamt vereinheitlichen, also über einheitliche Daten reden, über einheitliche Plattformen zum Austauschen, damit man einfach schneller und besser noch zusammenarbeiten können.
MARINA
Ja. Ja.
BENE
Fortschritt gemeinsam meistern. Das hast du schön gesagt.
MARINA – 16:32
Einmal zusammengefasst.
ROBERT
Ja, es ist halt, wir versuchen ja immer uns extrem
auch auf unsere Kunden einzustellen. Aber es ist halt so, so vielfältig. Das heißt, du kannst gar nicht jedem gerecht werden. Und da wäre es auch gut, wenn man gemeinsame Ideen hätte, wie man bestimmte Dinge abwickelt, um dann auch die Konzepte zu haben, die dann für alle einigermaßen passen. Verstanden.
MARINA – 16:56
Jetzt mal, ich würde jetzt ganz gerne auch noch mal auf dich persönlich, abseits eben als Geschäftsführer von Richter+Frenzel, einfach mal ein bisschen, du bist ja sehr nah gleichzeitig am operativen Geschäft und am Vertrieb. Wie gelingt dir denn dieser Spagat zwischen der Nähe zum operativen Geschäft, wie gerade schon angesprochen, und eben dem Vertrieb?
ROBERT
Ja, ob man es jetzt glaubt oder nicht, aber ich fahre trotzdem ab und zu mal gern zum Kunden und das macht mir auch Spaß. Florian, glaubst du mir das nicht? Ja, doch. Florian Huber.
BENE
Entschuldigung, das ist ja unser Live-Podcast.
ROBERT
Ja, genau.
BENE
Landshut ist da. Ja. Genau, genau. Verkaufsleiter Florian Huber. Schön, dass du auch… du kannst ja auch einen Stuhl nehmen.
MARINA
Aber es sind ja noch ein paar Plätze frei.
ROBERT – 17:47
Sorry für den Exkurs. Also du musst dich einfach ab und zu mal zum Kunden bewegen. Leider viel zu wenig. Dadurch, dass ich keine operative Vertriebsverantwortung mehr habe, sondern für Prozesse verantwortlich bin – für IT, E-Commerce, Marketing und natürlich für das ganze Category Management – komme ich relativ wenig dazu, mich mit Kunden zu befassen, was aber total wichtig ist, auch weil wir leben ja von unseren Kunden.
Und ich habe so ein paar – drei, vier, fünf – Leuchtturmkunden, da fahre ich ab und zu mal hin, auch wenn es dann Ärger gibt, oft wenn es Ärger gibt, wenn wir irgendwas nicht ganz richtig machen oder irgendwas nicht liefern können. Und das ist einfach die Nähe zum Kunden, die dann wichtig ist und wo man dann immer wieder was mitnimmt und das dann auch im Tagesgeschäft verwenden kann. Und vor allen Dingen bleibt man schon am Nabel der Zeit und man ist auch dann gegenüber den internen Gesprächspartnern manchmal einfach besser informiert.
BENE
Ein bisschen sattelfester, wenn man weiß, was die Kunden da draußen sprechen, was sie wollen und brauchen.
ROBERT – 18:55
Das Problem ist immer, man weiß manchmal, also ganz oft sogar, was die Kunden wollen und brauchen. Aber aufgrund der eigenen Organisationsstruktur oder auch Prozessketten, die einem die IT vorschreibt, kannst du nicht immer allen gerecht werden. Und da ist halt wichtig, dass beide Seiten Verständnis dafür haben, dass vermisse ich ab und zu mal, weil wir leben ja, also wir müssen schauen, dass wir die Ware rausbekommen so also so schlank wie es wie es irgendwie geht, um auf die die Preise, die das Handwerk braucht, realisieren zu können. Und das hat zur Folge, dass bestimmte Prozessketten eingehalten werden müssen. Auch bei uns. Und das ist halt immer der Spagat zwischen: Wie kriege ich den optimalen Prozess hin, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis für uns in Ordnung ist, und wie kann ich dem Kunden aber gerecht werden?
BENE
Ich hab dich, seit ich dich kennengelernt habe, für mich bist du fast die Definition von einem Bauchmenschen. Ja, du bist in meiner Wahrnehmung wenig verkopft.
Du haust auch einfach mal einen raus. Du bist der erste Mensch, von dem ich mal den Satz gehört habe: Hey Bene, manchmal ist gut genug – gut ist gut genug. Habe ich mal von dir gehört. Das lässt du dir auch nicht mehr nehmen. Also so bist du einfach. Das ist Robert Oberberger, oder?
ROBERT
Genau. Ja.
BENE
Und das heißt aber auch, dass du, wie es die Marina gesagt hat und du hast es ja auch beschrieben, dass du ja leider nicht mehr so viel Kontakt zu Kunden hast.
Aber den wenigen Kontakt, den du hast, den lässt du dir nicht nehmen.
ROBERT
Nein, den nicht. Da gibt es aber auch Kunden, die muss ich einmal im Jahr sehen.
MARINA
Weil ich vorher schon fragen wollte: Wie oft ist ab und zu? Einmal im Jahr.
ROBERT
Ein- bis zweimal im Jahr. Ja, genau.
MARINA
Da bist du dann vor Ort und tauschst dich aus.
ROBERT
Ja, genau.
MARINA – 20:34
Super. Jetzt habe ich es ja vorher auch schon ganz kurz angedeutet, abseits von der Rolle als Geschäftsführer. Einfach mal kurz: Wer ist Robert Oberberger denn ganz persönlich? Abseits von Richter+Frenzel?
ROBERT
Ja, Familienvater in erster Linie, also jetzt nicht mehr so stark, weil meine Jungs und meine Tochter, die sind… also der letzte ist noch im Haus, die anderen sind alle jetzt mehr oder weniger weg. Also der Große schon lange, der Alexander, der ist ja schon über 30 und meine Tochter ist sie auch schon lange ausgezogen, ist ja auch 30 und der Simon, der ist 21, studiert gerade in München Energie- und Gebäudetechnik und der Tom, der Kleine, der macht gerade sein, der hat gerade das letzte Jahr im Abitur.
Familienvater natürlich und leidenschaftlicher Motorradfahrer. In diesem Jahr hat es leider nicht so viel geklappt. Die SAP-Umstellung hat mir vieles von meiner Freizeit geraubt und die Familie ist ja dann auch noch da. Und ja, ein bisschen Sport, damit man nicht ganz einrostet und das war's dann eigentlich schon.
BENE – 21:39
Wir haben gestern uns ja schon mal unterhalten. Drei von den Jungs, also drei deiner Kinder sind…
ROBERT
Ja, zwei, der Dritte ist gerade auf dem Weg.
BENE – 21:48
Aber letzten Endes, die haben sich ja alle mit dem Papa unterhalten und drei von deinen Kindern haben für sich – zwei haben es schon umgesetzt, einer setzt es gerade um, weil er studiert – haben gesagt die Branche wo der Papa drin ist, die finden wir gut, da gehen wir rein.
ROBERT
Der Alex, der ist ja im Großhandel groß geworden und ist jetzt bei beim Hersteller und der hat den kaufmännischen Weg eingeschlagen, der Simon, der findet die Technik gut und hat sich deshalb für ein Studium entschieden, für Energie und Gebäudetechnik, allerdings im Verbundstudium. Das heißt, er war jetzt erstmal ein Jahr auf der Baustelle und hat das harte Leben kennengelernt und ist jetzt an der Hochschule. Und ja, der Tom überlegt, ob er sich da nicht in Richtung Elektrotechnik entwickelt. Aber wir sind eigentlich irgendwie, ich weiß auch nicht wieso, irgendwie alle dem Baugewerbe verhaftet, dem technischen.
BENE
Robert, du kennst ja unseren Podcast „Hör mal wir, wer der liefert.“ Du bist ja absoluter Hardcore-Fan, hast du gesagt. Hörst du alle Folgen? Ja. Zwei sind bisher raus. Überall da, wo es Podcast gibt. Überall, überall dort. Hör mal, wer da liefert.
ROBERT
Apple geht super.
BENE
Ja, Robert Oberberger hört bei Apple. Man kann es auf Spotify hören, man kann es auf YouTube hören, wo noch?
MARINA
Überall. Überall, wo es Podcasts gibt. Also lange hin… Jeden zweiten Donnerstag.
BENE
Das war jetzt der lange Werbeblock, eigentlich nur dafür, dann weißt du ja, wir haben am Ende vom Podcast oder zum Ende hin vom Podcast haben wir immer bestimmte Kategorien. Heute ist turnusgemäß der Fragenshower dran. Das ist relativ simpel, ist relativ easy. Ich stell dir drei Fragen und ich bitte dich, Robert, um drei kurze Antworten. Fragenshower!
So Robert, mit was hast du heute Morgen gestartet: Kaffee oder Tee?
ROBERT
Kaffee.
BENE
So, lieber zehn Kundengespräche am Stück oder eine Stunde gemeinsam mit uns hier auf der Bühne?
ROBERT
Ja, das ist klar: Eine Stunde mit euch, auf der Bühne.
BENE
Natürlich. Ein schlechter Lügner, der Mann. Nach zwei Tagen RIFA, morgen Abend,wenn du nach Hause fährst: Ist dann die Stimme weg oder sind die Füße platt?
ROBERT
Beides.
BENE
Weil der Mann macht Meter.
ROBERT – 24:03
Aber die Sonja kann ich nicht toppen, gestern 28.000. Schritte am Tag?
MARINA – 24:07
Das ist schon eine ganz schöne Strecke, die da zurückgelegt wird. Genau. Ja, wir haben auch, bevor wir jetzt hier zusammengekommen sind, von unserem Publikum auch ein paar Fragen mitgebracht.
ROBERT
Das ist interessant, hoffentlich kann ich die beantworten
BENE
Und ihr dürft euch, also, wenn euch der Mann fasziniert und ihr Fragen an ihn habt, dann meldet euch, wir reichen euch ein Mikrofon und dann dürft ihr auch live Fragen stellen.
MARINA
Genau. Gibt es jetzt schon Fragen vielleicht aus dem Publikum?
ROBERT
Jetzt klopfen.
BENE
Jetzt sind sie noch ein bisschen schüchtern.
MARINA – 24:36
Genau. Ich fange einfach mal direkt mit der ersten Frage an, die erste Frage lautet: Wie wird eine RIFA in zehn Jahren aussehen?
ROBERT
Also bestimmt noch ein bisschen digitaler als heute. Weil wenn man die erste RIFA sich überlegt, zum Beispiel, da gab es noch keinen Bildschirm, der ständig gelaufen ist, wenn man die großen LED-Wände draußen anschaut beim Eingang.
Also die wird sicher noch digitaler werden. Wir werden vielleicht auch 3D-Räume erleben, wo man bestimmte Dinge dann 3D darstellt. Also das wird digitaler werden, aber trotzdem werden dann noch Produkte da sein und es werden hoffentlich auch noch viele Menschen auf der RIFA sein.
BENE
Hast du schon beim RIFA Golf mitgemacht? Das ist fairerweise aber eine Frage von einer Mitarbeiterin. Hat er nicht.
ROBERT
Nein.
BENE
Er hat noch nicht bei RIFA Golf… Noch nicht. Wir haben ja noch bisschen Zeit.
ROBERT – 25:26
Mach ich morgen.
BENE
Dann gehen wir morgen auf eine Runde Minigolf.
ROBERT
Ich bin kein Golfer, Leute.
MARINA
Morgen wird’s getestet.
ROBERT
Also meine Jungs spielen Fußball und Football und so, aber alles, was bei mir mit Ball zu tun hat… Ich brauche zwei Radl und einen Motor in der Mitte. Alles andere ist Mist. Bälle sind schwierig, sage ich ehrlich. Aber ich probiere es dann mal.
BENE
Wir probieren es morgen. Beweis wird nachgeliefert.
MARINA – 25:50
Genau. Genau. Beweis liefern wir nach. Was war denn bisher dein persönliches Messe- Highlight? Steht ja auch als Frage auf meinem Zettel.
ROBERT
Ja, also das Messe-Highlight war also erst einmal, als die vielen Leute heute Morgen reingekommen sind. Dann die gute Stimmung und wie zuvor schon gesagt eben auch die geballte Ladung Vertriebskompetenz, zuvor bei der Probe, wo man sieht, okay, wir sind ein tolles Unternehmen und natürlich auch die tolle Unterstützung unserer Lieferanten.
Wir haben wirklich sehr, sehr viele, auch Außendienstmitarbeiter oder Handelsvertretungen von den Lieferanten und Herstellern auf der RIFA und das zeigt die Verbundenheit.
BENE
Schau mal in der Zwischenzeit, du hast jetzt schon zweimal erwähnt, unsere regionalen Geschäftsführer. Da sind sie. Ja, es kommen immer mehr mit dazu. Servus. Da hinten ist der Oliver Knaus, der ist jetzt auch mit dazu gekommen. Der Uwe ist gekommen. Da geht's rund.
MARINA
Da ist was los. Genau. Sammeln sich jetzt alle an den Seiten zusammen.
Ich komme schon zur nächsten Frage: Welche Innovationen bringen uns auf der Baustelle wirklich weiter?
ROBERT
Also alles, was dazu beiträgt, dass Produkte schnell, einfach und gut montiert werden können und installiert werden können. Alle Produkte, die zu leicht zu verstehen sind, mit denen die Monteure gut umgehen können. Das bringt uns nochmal ein Stück ganzes Stück weiter, ohne dass man aber den Handwerksgedanken an und für sich aufgibt. Weil Handwerk hat schon auch Tradition.
BENE – 27:27
Und letzte Frage an dich, Robert. Also nicht jeder kann einen Robert Oberberger als Papa haben, aber wie schaffen wir es – und das war auch vorhin schon Teil hier auf der Bühne, auf der wir gerade sitzen: Es war auch in dem Gespräch, wir haben, eine Podiumsdiskussion gehabt und dann ging es einfach um die Zusammenarbeit zwischen jungen Leuten und erfahrenen Menschen. Aber Frage an dich, die wir vorab eingesammelt haben: Wie schaffen wir es, gute Leute für unsere Branche zu gewinnen? Wie machen wir die Branche ja begehrenswert, dass man durchstartet?
ROBERT
Also es gibt ja schon gute Modelle, wie zum Beispiel das Verbundstudium, wo ich einfach Abiturienten abholen kann, auch mit guten Noten. Dann ist, wir haben eine tolle Branche, also wir, wir können ja wirklich alle gemeinsam viel dazu beitragen, die Energiewende, die wir alle dringend umsetzen müssen, umzusetzen. Also wir haben ja alle das Thema mit der Erderwärmung usw., das kann man ja nicht mehr wegdiskutieren und wir sind eine der Branchen, die das mit am besten beeinflussen können.
Also wenn wir es gemeinsam schaffen, einfach moderne Heizsysteme umzusetzen oder Pumpen einzusetzen, die wenig Energie verbrauchen, dann ist das echt eine tolle Branche. Und ich glaube, das bewegt die jungen Leute auch, weil es geht um ihre Zukunft. So was muss man transportieren. Und natürlich die Baustelle ist immer das Problem, das hat halt immer einen bisschen einen schlechten Touch. Ich glaube aber, das ist heute nicht mehr so. Wir haben moderne Produkte, die gut zu verarbeiten sind. Das ist ein interessanter Beruf, hochtechnisch, und ein Bad einzubauen, das hat auch was mit Gestalten zu tun. Also, und ich glaube, da müssen wir noch daran arbeiten, dass man einfach das Berufsbild in die Richtung noch besser nach außen darstellen.
BENE
Ja. Und wir sind so relevant.
ROBERT
Ja und ich glaube einfach, dass das Berufsbild und unsere Branche hat mehr Zukunft, wie mancher – darf ich das jetzt sagen – wie Rechtsanwaltstudium oder, oder. Weil die KI wird einiges von diesen Informationen, die wir uns heute noch irgendwo holen müssen, wird das alles ersetzen. Aber wir sind eine Branche, wir können die KI nutzen, damit das und das einfacher geht, dass bestimmte Dinge effizienter umgesetzt werden. Aber ganz am Ende muss man den Satz schon sagen: Die KI schraubt keine Pumpe rein. Die KI montiert keinen Wasserhahn.
Und die KI kann zwar planen, ich habe da schon was gesehen, was ganz toll funktioniert, aber am Ende muss trotzdem irgendwann auch mal eine Idee haben: Was ist das beste System für das Haus oder was ist die beste Lösung oder wo schraube ich am besten das WC hin? Eine KI kann einen Raum gestalten, aber eine KI weiß nicht am ersten Step, wo ist denn tatsächlich das Abflussrohr und kann ich das WC da hinsetzen oder nicht? Und ich glaube, deshalb ist es das Berufsbild, auch so zukunftsträchtig und ich glaube, das muss man transportieren. Und ich denke mal, wenn man mit jungen Leuten spricht, die haben das schon kapiert.
BENE – 30:40
Ja, es ist doch, also mit dem flammenden Appell müssen wir aufhören.
ROBERT
Schade, jetzt wäre ich gerade im Flow.
MARINA
Ich wollte gerade sagen, lass uns noch mal den Blick schweifen, ob noch jemand eine Frage hat. Weil jetzt ist er da. Jetzt beantwortet er die Fragen.
BENE
Und die sind alle meiner Meinung. Wie soll ich, wie will man denn an so einen flammenden Appell von Robert Oberberger anknüpfen? Keine Chance.
ROBERT – 31:03
Keine Chance.
BENE
Robert, ich habe keine Ahnung, wie lange wir miteinander gesprochen haben. Wie war es? Du hast gesagt, erster Podcast – war es in Ordnung? Haben wir dir Wohlfühlatmosphäre bereitet?
ROBERT
Ja, war total okay. Können wir auch noch länger machen. Ich glaube, am Anfang ist es immer ein bisschen schwierig, bis man reinkommt. Aber wenn man dann mal im Gespräch ist, ist das eigentlich sehr angenehm.
BENE
Super.
MARINA
Super, dann wird es einfach ein bisschen lockerer und dann geht es einfach.
ROBERT– 31:26
Ja, ich glaube, man muss ein bisschen die Scheu verlieren, was verkehrt zu sagen, dann ist alles in Ordnung.
BENE
Ja, das stimmt. Und irgendwann hat man die auch alle vergessen hier drumherum. Und irgendwann hat man auch vergessen, dass es Lautsprecher gibt und die einen ein bisschen hören. Ja, die uns alle… Steht immer noch,
bewegt sich nicht weiter.
BENE
Also Robert, vielen, vielen Dank, dass du heute bei uns dir die Zeit genommen hast auf deiner eigene Messe, in deinen eigenen Podcast, weil es ist ja von Richter+Frenzel.
ROBERT
Ja gut, das ist alles Richter+Frenzel. Genau.
BENE
Dass du dir die Zeit genommen hast mit dazu zu kommen, dass du ja auch voll persönlich erzählt hast, dass du über deine Familie gesprochen hast. Den flammenden Appell zum Schluss, der hat mir ganz besonders gut gefallen. Danke, dass du da warst. Hat großen Spaß gemacht.
ROBERT
Mir hat es auch sehr viel Spaß gemacht und vielen
Danke, dass ich euch sprechen durfte. Danke. Danke auch.
MARINA
Ich sage auch vielen, vielen Dank. Und, Robert, du hast heute ganz schön abgeliefert.
ROBERT
Danke.
BENE
Danke schön. Vielen, vielen Dank, Robert Oberberger.
MARINA
Schönen Abend noch. Danke schön. Hier live vor Ort.
BENE – 32:22
Und bevor ihr den Hahn abdreht, noch ein kurzer Hinweis von uns: Wir freuen uns sehr über euer Feedback zu dieser Folge. Welche Themen aus der SHK Welt interessieren euch? Welche Fragen sollen wir uns in Zukunft genau anschauen?
Oder gibt es vielleicht sogar jemanden aus der Branche, den wir unbedingt mal zu Gast haben sollten?
MARINA
Schreibt uns daher gerne eure Anregungen, Fragen oder Wünsche.
Wir freuen uns auf den Austausch mit euch.
Ihr erreicht uns per E-mail unter podcast@r-f.de, direkt hier im Podcast oder über unsere Social-Media-Kanäle.
Alle Links findet ihr wie immer in unseren Shownotes.
BENE
Danke, dass ihr reingehört habt und bis zur nächsten Folge von
MARINA / BENE
"Hör mal, wer da liefert".
“Wärmepumpe – Ernsthafte Lösung und wenn ja, auch für Bestand?”
MARINA – 00:00
Und da sind wir schon bei unserer nächsten Folge des SHK-Podcasts „Hör mal, wer da liefert“ von Richter+Frenzel.
BENE – 00:06
Heute hatten wir ein bekanntes SHK-Gesicht zu Gast. Es war Patrick Stimpfle, ein echter Tausendsassa, denn der Mann macht alles. Der Mann ist Podcaster, er ist Ausbilder und er ist Heizungsbauer-Profi, spezialisiert auf Wärmepumpen. Dass er dafür der absolute Spezialist ist – den Beweis wird er gleich in der Folge abliefern. Also, reinhören lohnt sich.
MARINA – 00:27
Wir haben mit Patrick Stimpfle darüber gesprochen, was es mit der Formel „Q=m⋅cp⋅ΔT“ auf sich hat. Wir haben über Taupunkt und Schimmel geredet und warum es besser ist, die Wärmepumpe mit einer guten Laufzeit laufen zu lassen, als sie ständig an- und auszuschalten. Und…
BENE – 00:44
Zwischenzeitlich mussten wir pausieren, weil wir den Beweis angeliefert haben: Wir sind live hier im ProfiStore in Gräfelfing. Meine Güte, war das laut – und wir hätten fast verpasst, wie Patrick Stimpfle uns erklärt hat, warum er noch nie keine Wärmepumpe empfohlen hat.
MARINA – 01:02
In diesem Sinne. Genug geredet. Jetzt wird geliefert.
BENE – 01:08
Also, wir fühlen uns alle wahnsinnig wohl hier in unserem Setting. Marina ist da, ich bin da, und unser Gast der heutigen Folge ist auch da. Es ist uns eine große Freude, dass er bei uns ist: Patrick Stimpfle, herzlich willkommen bei uns.
PATRICK – 01:20
Hallo. Grüß dich! Servus.
MARINA – 01:21
Herzlich willkommen.
BENE – 01:24
So, Transparenzoffensive: Wir haben schon länger gesprochen, wir standen vorhin zusammen, haben Kaffee getrunken, haben darüber gesprochen, dass wir irgendwie alle so Jugend und heranwachsen haben wir in den gleichen Clubs in der Region Augsburg und so verbracht. Also, wir haben uns schon mal, sind schon mal gut auf Tuchfühlung miteinander gegangen. Aber, Patrick, wir reden heute nicht über die Augsburger Clubszene. Wir reden über die Wärmepumpe. Das soll heute unser Thema sein. Und um die Wärmepumpe im Speziellen, denn wir reden darüber: Passt sie in ein Bestandsgebäude? Ja, wir gucken heute ganz darauf, welche Herausforderungen es da gibt, welche Voraussetzungen auch erfüllt sein müssen. Und das Schöne ist ja, dass wir mit dir nicht nur einen an Bord haben, der – ich sage mal – quirlig ist in alle Richtungen. Ja, du machst ja jetzt – hilf mir ganz kurz – also, du bist Europameister im…
PATRICK – 02:14
Inline Skaten, also Inline Slalom.
BENE – 02:15
Inline Slalom ist er. Er ist natürlich Handwerker, er ist Podcast-Papst würde ich ihn jetzt mal sagen in der SHK-Branche.
MARINA – 02:22
Er ist in der Schule.
PATRICK – 02:23
In der Berufsschule, genau, in Kempten.
BENE – 02:25
In Kempten in der Berufsschule ist er und gleichzeitig renovierst du dein eigenes Haus. Und da sind wir im Thema drin. Du hast ein Bestandshaus und du baust auch die Wärmepumpe ein. Und während ich das sage, fällt mir eines auch noch an dir auf: Bitte mach deine Brille an, dass wir einmal POV haben, wie es denn aussieht bei „Hör mal, wer da liefert“. Wie ist denn aus Sicht des Podcast-Gasts ist, wenn man bei uns im Podcast drin sitzt. Jetzt wieder zurück zum Thema. Du selber baust ja im Bestand an deinem eigenen Haus die Wärmepumpe ein. Wie sieht, wie ist da der aktuelle Stand? Wie sieht's aus? Erklär uns mal ein bisschen, was du da selber planst und machst.
PATRICK – 03:05
Also, vom Planen her angefangen – alles komplett. Also, ich habe komplett angefangen zu planen. Das heißt, Heizlastberechnung, einfach geschaut auch, wie gesagt, ich habe natürlich mein Haus umgebaut. Das ist ein altes Bauernhaus. Muss man einfach so sehen. Irgendwann 1900 gebaut, tatsächlich also richtig alt zusammengebaut. Ich habe auch Wände, die sind teilweise 60 Zentimeter, teilweise 30 Zentimeter. Also, du hast wirklich komplett alles, was du so gar nicht machen kannst, also wirklich komplett. Also, das heißt, die Vorplanung war extrem wichtig. Das heißt, ich habe dann natürlich auch mit speziellen Apps, ich weiß nicht, ob man die nennen soll, aber ich sag mal so, mit speziellen Apps natürlich darauf gearbeitet, dass ich im Endeffekt die komplette Heizlast mal genutzt habe. Wo ich dann die Heizlast rausbekommen habe, habe ich dann natürlich auch gemerkt, okay, jetzt schauen wir mal, weil das Projekt geht ja schon länger als jetzt nur von jetzt auf nachher, sondern fast über ein Jahr und habe dann mal über den Winter tatsächlich mal versucht, so niedrig wie möglich mit meinen Vorlauf, weil ich habe auch Heizkörper drin, mal so niedrig wie möglich mit dem Vorlauf runterzufahren und zu schauen, wie weit kann ich runter, um die Heizflächen tatsächlich wirklich zu vergrößern oder nicht. Also, ich muss tatsächlich zwei Heizkörper tauschen, der Rest muss nicht getauscht werden und der Rest läuft ganz normal. Also, das reicht mir mit dem Vorlauf, den ich da so mal geplant habe. Wie gesagt, ich versuche immer natürlich noch weiter runter zu kommen und sobald die Wärmepumpe läuft, wie gesagt, ich habe es euch schon gesagt, morgen soll sie starten. Also, das ist wirklich Ding… und ja, dann geht sie wie gesagt los. Ich habe zwischendrin auch tatsächlich umgeswitcht. Also, ich hatte vorher eine andere Wärmepumpe, bin dann auf R290 gegangen, weil einfach aus dem Grund, da gab es noch diesen Effizienzbonus noch mit dazu und den habe ich mal ausgeschöpft und das habe ich tatsächlich alles komplett, ja, ich sag mal ganz allein gemacht, einfach aus dem, das habe ich auch für meine Schule genutzt, deswegen auch für die Berufsschule. Das heißt, ich nutze das Komplette: Wie baue ich das auf für meine Schule, für meine Kollegen – weil jeder muss ja irgendwas nehmen – und wir nehmen tatsächlich dann mein Haus – und noch ein anderes Haus zusammen – und nutzen da zum Beispiel die U-Wert-Berechnung, Fenster und all das, was man da eigentlich braucht, um im Endeffekt die Wärmepumpen hinzu kriegen, das hin zu machen.
BENE – 05:08
Also, wissen deine Schüler, wie es bei dir daheim ausschaut? Das wusste ich bei meinen Lehrern nicht. Ich wusste nie, wie das aussieht. Das war immer die Blackbox. Wie lebt der Mensch wohl daheim?
PATRICK – 05:17
Nein, tatsächlich wissen meine Schüler, weil ich habe durch das, dass ich mein Bauernhaus oder, wie gesagt, ich baue ja nicht, du hast ja schon gesagt, ich mache viel, das heißt, ich kann nicht immer heute und morgen alles fertig machen. Ich baue über mehrere Zeit auch und ich habe zum Glück auch viele Fehler gemacht. Ich muss ganz ehrlich sagen – und das muss man auch zugeben – ich habe ganz, ganz viele Fehler gemacht und ich freue mich darauf, dass ich diese Fehler tatsächlich meinen Schülern dann auch zeigen kann und sagen kann: Schau her, zum Beispiel, nur als Beispiel, ist jetzt nicht Wärmepumpe, aber ich habe zum Beispiel meinen Ablauf von meinem WC statt vier Meter fast viereinhalb, fünf Meter gemacht. Jetzt zieht es mir natürlich in der Dusche das Wasser raus, also musste ich nacharbeiten wieder. Aber das sind so Sachen, das ist Erfahrung. Ich habe gedacht, es reicht schon. Und ich finde es ganz cool, weil das machen wir als Berechnung dann zum Beispiel in der Schule tatsächlich. Mein Kollege berechnet dieses Projekt mit Foto, allem drum und dran. Also, meine Schüler wissen, wie meine Dusche ausschaut – normalerweise.
BENE – 06:10
Okay, also du hast alles miteinander verzahnt in deinem Leben. Irgendwie gehört alles miteinander zusammen, aber trotzdem muss ich dich das fragen. Ich habe dich vor ein paar Monaten das erste Mal kontaktiert und damals habe ich schon gecheckt – der Typ macht alles. Er macht wirklich alles. Wie schaffst du denn das Ganze?
PATRICK – 06:26
Ich habe es dir vorhin schon gesagt: 24/7, aber ich teile es mir ein. Also, das ist mein einziger Spruch, den ich mir mal nehm. Vieles, und es ist tatsächlich so, es gibt viel Me-Times, deswegen mache ich auch diesen Sport. Der Sport ist schnell aktiv, das heißt, ich kann ins Training. Das Training ist bei mir fünf Minuten weg von mir. Das heißt, ich gehe da rein, habe schnell mal Zack im Kopf frei. Das brauchst du auch. Also, du kannst nicht arbeiten. Ich sehe ganz viele junge Unternehmer, die – sie machen den größten Umsatz. Und jetzt: Nächste Wärmepumpe, nächste Wärmepumpe. Und ich sage ganz ehrlich, da sage ich mal wieder: Sucht eure Me-Time. Und genau das ist wichtig. Schaut, dass ihr auch mal ein bisschen runterkommt und dann könnt ihr euch immer wieder auf das ein oder andere fokussieren. Und das sollte natürlich dann auch sein. Das ist wie gesagt, glücklicherweise, Ehefrau macht mit. Ich habe keine Kinder, das ist auch ein Vorteil. Ehefrau, mein Bruder macht sehr viel mit, also das geht schon. Also, meine Brüder, wir sind ja insgesamt vier, fünf Jungs.
BENE – 07:17
Fünf Stimpfles mit der gleichen Energie, oder? Da wollen wir alle nicht dabei sein. Das überfordert den ein oder anderen dann vielleicht, fünf Stimpfles auf einmal. Aber jetzt. 24/7 – verstanden. Du teilst es dir einfach sauber ein. Musst du dir auch sauber einteilen, um halt auch am Ende des Tages Handwerker zu sein. Gehen wir zur Wärmepumpe zurück.
MARINA – 07:41
In dem, was du jetzt gemacht hast, in deinem Haus mit der Sanierung, was du jetzt gesagt hast, was jetzt auch schon ein Jahr lang geht, das ganze Projekt. Morgen soll das Ganze live geschalten werden, sage ich mal – so…
BENE – 07:54
Toi, toi, toi.
MARINA – 07:55
Genau dafür auch von mir: Toi, toi, toi. Was war denn so die größte Überraschung, die du erlebt hast? Wo du gesagt hast: Damit habe ich jetzt eigentlich gar nicht gerechnet, dass das jetzt passieren könnte.
PATRICK – 08:01
Also, tatsächlich muss ich ehrlich sagen, es ging schon los in der Planung. Das heißt, ich habe ja mein Wärmebedarf gehabt vom Haus, wo ich es gekauft habe, und jetzt habe ich es nachgerechnet. Das heißt, ich habe jetzt wirklich aktiv raumweise, was ich auch jedem empfehle, gerade in so einem Altbau raumweise zu nachzurechnen, und dann festgestellt: Ui, da ist eine ganz gewaltige Differenz. Das heißt, wenn du das pauschal machen würdest, hätte ich wahrscheinlich die falsche Wärmepumpe eingebaut und das war tatsächlich für mich eigentlich der größte Aha-Effekt. Klar, es läuft noch nicht, aber ich sag mal, das war für mich der größte Effekt, wie wichtig das ja dann doch ist und warum ich das auch meinen Schülern immer wieder beibringe. Wie wichtig es ist, wirklich, wirklich raumweise diesen einzelnen Raum abzugucken und zu gucken, wie sieht der aus? Weil das kannst du nicht so pauschal machen. Und da muss ich sagen, da war ich eigentlich froh. Und zum – glücklicherweise – konnte ich dadurch auch eine etwas kleinere Wärmepumpe dann nutzen. Also, ich bin da zwischendrin genau an dem Punkt und ich habe mich jetzt für die kleinere, weil ich natürlich auch noch ein bisschen Gas-Hybrid beibehalte, einfach aus dem Grund, weil ich es kann. Nicht, weil ich es muss, sondern weil ich kann und Bock drauf habe zu schauen, wie viel läuft das. Also, für mich ist das tatsächlich auch ein Projekt, ihr habt das jetzt schon mitgekriegt, nicht ein Projekt für jetzt auf einmal, sondern ich möchte das in die Zukunft und mal gucken auch die Zahlen zu schauen. Wir haben mit meinem Kollegen, wie gesagt, auch eine Gas-Hybridheizung gemacht, genau das Gleiche. Genau der gleiche Punkt. Da war genau dasselbe. Auch bei ihm hatten wir auch diese Raumlast-Berechnung gemacht, hatten das mit den Schülern, damals mit den Techniker-Schülern nachgerechnet – und auch hier waren wahnsinnige Differenzen. Also das heißt, da habe ich schon mal gemerkt, wie wichtig tatsächlich diese Heizlastberechnung ist.
MARINA – 09:34
Und die detaillierte Planung, die da einfach mit einhergeht. Gibt es denn jetzt irgendwie auch den Moment, wo du sagst, bei Gebäuden, wo du es nicht empfehlen wirst, wo es besonders viel Sinn macht oder bei Gebäuden, wo du sagst: Nein, also da lieber Finger weg von der Wärmepumpe?
PATRICK – 09:48
Grundsätzlich, ich empfehle jedem eine Wärmepumpe, in jedem Gebäude – es funktioniert nur man muss überlegen: Was will man? Also, wir wollen, natürlich machen wir es als Hybrid, das heißt, machen wir irgendwo einen anderen Wärmetauscher hinzu. Das heißt zum Beispiel eine Gastherme oder einen bestehenden Öl… Ok, Öl bin jetzt ein bisschen raus, aber das mag ich nicht so, aber ich sag mal Gas. Ja, warum nicht? Man kann es machen. Man muss halt immer schauen, wie weit geht's? Also, ich glaube, es gibt in Deutschland kaum ein Gebäude, gut in Großgebäuden, da bin ich raus. Das ist mir zu weit. Ich weiß es nicht, wie hier euer Gebäude jetzt wäre, wo wir stehen. Ja, genau da. Oder Hallen. Da bin ich jetzt raus. Da würde ich das nicht machen. Aber ich sag mal, in einem normalen Einfamilien-, Zweifamilien- oder auch Mehrfamilienhaus wird eine Wärmepumpe die Grundlast immer – und jetzt kommt ja ganz genau der Punkt. Ich sage mal, die Grundlast kann jede Wärmepumpe schaffen, warum denn nicht? Und das ist ja wichtig, weil wie viele Tage brauchen wir denn die Höchstlast? Und das muss jeder auch entscheiden, wenn du zum Beispiel auch jetzt weiter gehst und du schaust die Heizflächen an, die sind ja auch bei mir da. Ich habe Fußbodenheizung umgebaut, teilweise Heizkörper. Also, ich habe dann ein Misch, wenn man das auch anschaut und genau da muss man einfach gucken, wie oft brauche ich denn wirklich tatsächlich die Höchstlast, also diese mehr an dem, weil ansonsten ist es so, wir sind uns einig, da unten liegen genügend Heizkörper rum, wenn die eingebaut werden, die sind, ich würde mal behaupten 90 % im Jahr überdimensioniert. Und nur diese 10 %, was sie ja ausreichen, weil das sind ja nur kalte Tage, dann mache ich die halt raus. Der Rest sind die Heizkörper an sich im Gebäude über… und das kann doch die Pumpe schaffen. Und darum sage ich, eine Wärmepumpe kann auf jeden Fall in jedes Haus, wenn es richtig ausgelegt ist – und das ist ganz, ganz wichtig – wenn es richtig ausgelegt ist, eingebaut werden. Das ist überhaupt kein Thema.
MARINA – 11:27
Ja, super. Das ist auf jeden Fall schon sehr wichtig zu wissen, dass es überall funktionieren kann. Jetzt hast du es gerade schon angesprochen, dass es eben eine gewisse Zeit ist, wo die Wärmepumpe die Heizlast quasi überbrückt oder einfach leisten muss. Jetzt ist es natürlich auch die andere Seite: Die Sommer werden immer heißer, auch hier in Deutschland mit an die 40 Grad, die wir erreichen. Und eine Wärmepumpe kann ja noch viel mehr außer Wärme zu erzeugen, sondern es gibt ja auch die Möglichkeit der Kühlfunktion. Jetzt würde mich natürlich brennend interessieren, was sagst du dazu und was sind die Voraussetzungen, die ich brauche, um die Kühlfunktion überhaupt aktivieren zu dürfen, zu können? Und, was sagst du dazu als unser Experte? Ich bin ehrlich, ich bin ehrlich. Als Experte – ich mache lieber eine Klimaanlage. Ganz einfach aus dem Grund. Warum? Weswegen? Weshalb? Der Kunde ist das Problem. Der Kunde erwartet eine Klimaanlage. Nicht kühlen in dem Sinne, wenn man den Kunden wirklich hinbringt, dass man sagt „Hey, das sind ein, zwei, drei Kelvin Unterschied“ – ja, dann funktioniert es und dann ist es auch okay. Also, der Kunde muss tatsächlich wirklich funktionieren. Und wenn der Kunde – ihr merkt schon, ich sage, was funktionieren –. Das heißt, der Kunde muss sich damit beschäftigen, auch weil, wenn wir in den Taupunkt kommen und das ist auch eine ganz tolle Arbeit von mir. Deswegen macht mein Bruder sich auch gerade noch selbstständig, nebenbei, als Sachverständiger für Schimmel. Ich habe ganz viele Häuser gesehen, die tatsächlich diesen Taupunkt unterschritten haben und dadurch halt einfach auch negative Erfahrungen. Also, wie gesagt, ich bin ja auch Sachverständiger und ich komme in einzelne Neubau. Also, wir sprechen jetzt vom Neubau, natürlich, nicht im Sanierungsbedarf, aber ich glaube, im Sanierungsbedarf wird es noch so richtig. Wie gesagt, ich habe letztens einen Podcast mal gehört darüber mit Heizkörpern und kühlen soll auch funktionieren. Ich weiß nicht, wie das mit dem Taupunkt, also ich habe da keine Erfahrung. Ich empfehle meinen Kunden immer grundsätzlich eher “nein” und wenn sie da ist, dann sage ich immer: Guckt bitte wirklich auf die. Schaut, dass ihr online seid, dass ihr wirklich gucken könnt: Wie sind die Vorlauftemperaturen? Kommen wir unter diesen Taupunkt? Der Kunde muss aktiv damit arbeiten, dann kann es funktionieren. Aber ich bin froh, dass Niki und ich da einer Meinung sind. Und weil du das jetzt auch gerade gesagt, das Schimmelproblem, also kann das dann damit, mit dem Taupunkt einhergehen, dass dann die Schimmelproblematik auch kommen kann.
PATRICK – 13:41
Ja, wie gesagt, du hast ja Feuchtigkeit, die Feuchtigkeit und die Feuchtigkeit ist nicht offensichtlich. Also, wir hatten, deswegen bin ich in die Thematik reingekommen, ich hatte eine Begutachtung von einem Haus. Der Mensch, der da drin wohnt, ist auf den Fliesen ausgerutscht und hat sich einen Oberhalsschenkelbruch gemacht. Warum? Weil die Fliesen zu kalt waren. Es hat darüber eine leichte Schicht gehabt und dann ist der ausgerutscht und dann hat er, das war eine Begutachtung, was da der Fehler war. Ja, da war der Fehler, natürlich, des Installateurs erstens mal, weil er den Taupunkt falsch gesetzt hat, das war schon mal das eine – und natürlich gleichzeitig auch noch die Außeneinheiten. Das heißt also, das heißt die Außen… also nicht die Einheit von der Wärmepumpe, sondern die Außensachen von draußen, das heißt, da war es relativ feucht draußen und das hat natürlich diese ganzen Zusammenhänge. Aber es gab einen Schaden und den musste ich begutachten und den hat es halt mit Oberschenkelhalsbruch dann gegeben. Und das ist natürlich ganz extrem, dann ist es ganz, ganz schlecht. Aber das siehst du normal nicht, weil meistens ist das eher hinten irgendwo versteckt unter irgendwelchen, ja, ich sag mal, Betten. Ich hatte das bei einem Kind, zum Beispiel, in einem, der hatte Probleme mit der Lunge. Wir sind dann hinkommen, dann haben wir das Bett weggezogen, dann war es hinten komplett schwarz. Also, das sind Sachen, die hat die Frau hat das gekühlt, die hat aber dummerweise auch die Lüftung ausgeschaltet, weil ihr Installateur ihr empfohlen hat, ja, Lüftung ja gut, aber schalten Sie die Lüftung aus. Also, das ist natürlich, das sind immer Kombinationen. Und deswegen habe ich auch ganz klar gesagt, ich sage nicht, die Wärmepumpe ist schlecht, weil die Wärmepumpe kann nichts dafür, die kann es ja, kann es ja machen Die Möglichkeit ist gegeben. Die ist ja auch in Ordnung. Nur der, also der Kunde, ist das Problem.
MARINA – 15:16
Ja, der muss es verstehen.
PATRICK – 15:17
Der muss es verstehen, dass es ein Taupunkt gibt und dann dadurch irgendwelche Schäden entstehen können. Wie gesagt, muss nicht können.
BENE – 15:24
Also wir haben schon viel gelernt. Taupunkt ist wichtig. Wir haben jetzt über den Schimmel geredet – die Marina und ich wir quatschen ja immer davor: Worüber reden wir mit unserem Gast? An Schimmel haben wir überhaupt nicht gedacht. Dann ziehen wir jetzt mal einen Strich darunter bei… in dem ersten Step. Nun noch mal von dir zusammengefasst: Ältere Gebäude und Wärmepumpe – was sind die großen Herausforderungen für dich? Vielleicht eins, zwei, drei.
PATRICK – 15:46
Genau aus in der Auslegung, mal grundsätzlich, was hier schon angesprochen habe, Heizlast. Das ist das Wichtigste, dann die Heizflächen, das ist entscheidend. Und dann kommt auch ganz wichtig der Aufstellort. Also, gerade weil wir oft das Problem haben, wo stellen wir die auch außen hin? Also, es gibt noch weitere Punkte, es gibt noch viel, viel mehr wie Puffer und sonstiges. Aber ich sag mal, der Aufstellort ist auch ganz oft ein Problem, weil ich habe einen sehr guten Bekannten, der ist Akustiker, der macht auch gerade momentan sehr viel Geld. Das heißt: Teilweise steht die Wärmepumpe natürlich auch sehr, sehr schlecht und dann gibt es halt dementsprechend Leute die das hören. Und dann gibt es natürlich dann Negativpunkt, aber grundsätzlich…
BENE – 16:24
Es gibt nichts Wichtigeres in Deutschland als die eigene Ruhe im Vorgarten. Es gibt nichts Wichtigeres.
PATRICK – 16:29
Deswegen sind meine drei wichtigsten Punkte. Aber es gibt einen Punkt, der sehr oft unterschätzt wird, den ich auch trotzdem ganz von… Das ist tatsächlich auch der Pufferspeicher, dass auch der Pufferspeicher und damit einhergehen natürlich auch die Warmwasserbereitung. Wie mache ich die Warmwasserbereitung? Meine Empfehlung ist immer grundsätzlich schaut dass ihr die Warmwasserbereitung, vielleicht in Zusammenarbeit mit einer Brauchwasserwärmepumpe vielleicht hinbringt. Das finde ich sehr, sehr sinnvoll. Wie gesagt, kommt ein bisschen auch immer auf das Haus drauf an, da muss man auch wieder ein bisschen gucken. Aber grundsätzlich mal Wärmepumpe ohne Pufferspeicher geht gar nicht. Also, da ist es, da kriege ich wirklich richtige Plaque auf die Zähne, wie man früher mal gesagt hat, weil, wie gesagt, man muss einfach so viel bedenken, wenn der Pufferspeicher da ist. Es könnt ja Sperrzeiten… Ich habe ganz ehrlich, unter uns gesagt, noch nie wirklich von einer Sperrzeit gesehen und mitbekommen. Ich war noch nie an einer Anlage dran, wo Sperrzeit war. Aber trotzdem, es kann Sperrzeiten sein, bis zu sechs Stunden. Und wir wissen ja heutzutage, Energiekrise, wir wollen ja nicht politisch werden, aber dennoch haben wir die Energiekrise. Der Versorger kann jederzeit abschalten. Dann haben wir das Problem: die Laufzeit der Wärmepumpe. Das ist auch ein ganz, ganz massives Problem, wenn wir jetzt in denen, gerade im Altbau, wir haben ja diese, die Laufzeit der Wärmepumpe ist ganz, ganz wichtig. Sie soll nicht takten, das heißt, sie sollen nicht stehen. Und deswegen ist ein Pufferspeicher ganz, ganz entscheidend, um diese Energiemenge von Wärmepumpe reinzubringen, einfach auch der Laufzeit zu geben. Und jetzt kommen wir wieder an den Punkt – eher niedriger fahren. Wie gesagt, nicht zu niedrig. Das muss man auch mal aufpassen. Manche sagen, dann machen wir es ganz klar. Nein, nein, nein. Also, man muss schon das schauen, dass es optimal angepasst ist an das Haus, aber lieber dann eine Nummer kleiner und dann lieber eine längere Laufzeit. Oder mal schauen, dass der zweite Heiz-/ Energieträger, was auch immer. Also, wie gesagt, bei mir ist halt die Gasheizung, lieber dann ein, zwei Stunden länger läuft. Das ist halt nun mal so, aber lieber läuft die Wärmepumpe länger. Eine gute Laufzeit ist besser, als wenn die Wärmepumpe ständig an- und ausschaltet. Das ist das große Problem und deswegen ist der Pufferspeicher eigentlich schon auch sehr, sehr wichtig.
MARINA – 18:26
Wie groß ist denn so ein Pufferspeicher? Oder, wie muss, wie kann man sich das vorstellen? Welche Möglichkeiten gibt es bei einem Pufferspeicher?
PATRICK – 18:31
Ich kann dir da nicht die hundertprozentige, perfekte Antwort geben, weil es muss wirklich wieder Sperrzeit. Wie lang läuft die Wärmepumpe? Wie sieht es aus? Wie viel Energie kann ich abspeichern? Also, da kann auch mal 300 Liter Pufferspeicher schon ausreichen. Eventuell. Wie gesagt, das liegt wirklich am Haus. Aber wenn du es wirklich aktiv ausrechnest, dann sind teilweise richtig große Pufferspeicher. Aber die können wir nicht einbauen. Ich glaube, der Kunde würde sagen “Ihr spinnt, ja – jetzt habt ihr eine Wärmepumpe für 20.000 € und jetzt soll ich noch mal für 10.000 € eine Pufferspeicher auch noch hinten nach.” Also, jetzt irgendwann, irgendwann wird es kritisch. Nein, also, wie gesagt, deswegen optimaler, ausgelegte Pufferspeicher, das ist wichtig.
BENE – 19:09
Aber da sind wir auch genau bei dem Punkt. Also, das ist ja – also du lieferst uns ja schon irre viele technische Informationen. Ich würde gerne auch noch mal das Wirtschaftliche bisschen mit einbeziehen. Du hast gerade davon gesprochen – also du hast schon mal angedeutet, was das Ganze so kostet. Also, ich würde mal schätzen bei 20.000 € – ich persönlich bezeichne es nicht als schmalen Taler, das ist schon eine Stange Kohle, ja, das muss sich am Ende des Tages natürlich auch lohnen. Und worüber zumindest, ich sage mal, in der Bevölkerung oder der Allgemeinheit, vielleicht der eine oder andere Irrglaube herumgeistert, ist: Wenn ich eine Wärmepumpe habe, dann reißen die bei mir die ganze Bude raus. Alles, was da drin ist, kommt weg. Das stimmt so nicht, oder? Also, Frage an dich: Wann reichen denn die Heizkörper, die ich habe, aus? Also und wann muss angepasst werden? Wann muss da nachgearbeitet werden?
PATRICK – 19:56
Also, grundsätzlich kann ich dir das nur so beantworten: Du musst eine Heizlastberechnung pro Raum machen. Also, ich kann dir das so nicht sagen und dann wird es immer noch – also, ich empfehle immer meinen Kollegen draußen, also Meistertechniker, wenn die Schule; schreibt bitte rein in das Angebot, dass wenn die Heizbelastung jetzt natürlich funktioniert, ihr ja nicht wisst, wie es nächstes Jahr kalt wird. Das heißt, schreibt auch bitte ins Angebot mit rein, dass es sein kann, dass man eventuell noch optimieren muss. Also, dass in Zukunft, weil wir wissen ja nicht, was sich ändert. Wir wissen nicht, wirst du jetzt krank, wirst du jetzt alt? Gut, das werden wir alle. Aber du weißt, was ich meine. Also, kommen noch irgendwelche Kinder hinzu
BENE – 20:33
Ob die Anforderungen an die Heizung noch passt. Genau. Also, du musst einfach darauf schauen. Und darum sage ich immer: Optimiert das mit dem Angebot schon so rein. Oder auch bei der Abrechnung. Tut euch nicht den Gefallen und sagt jetzt ist es perfekt, es läuft, sondern eine Wärmepumpe muss man leben. Die muss man in Zukunft leben. Also, auch saubere, transparente Kommunikation an deinen Kunden und nicht hingehen: Du, ich habe dir das Ding jetzt hergestellt und du wirst das feine Leben für immer haben, sondern, wie du es gerade gesagt hast, das Leben ändert sich und da muss man hier und da vielleicht eine Stellschraube drehen.
PATRICK – 21:03
Deswegen geben wir einen Punkt, ganz wichtig: Apps nutzen von den jeweiligen Herstellern. Egal wer, jeder Hersteller nutzt bei seinen Wärmepumpen, jeder Hersteller. Also, ich kenne keinen, der es nicht anbietet, außer ihr kennt jemand, aber ich kenne keinen. Also, ihr habt ein größeres Portfolio, wie ich. Ich mache nur für drei, vier Hersteller den Service. Aber ich sag mal so: Jeder hat das und der Vorteil ist, dass wenn der Kunde eine App hat, dann schaut er einmal in der Woche vielleicht rein oder er optimiert irgendwas. Jetzt sieht sieht er schon mal, wenn ein Fehler ist. Ich war letzte Woche bei einer Anlage, da ist der Heizstab komplett durchgelaufen, weil der Kunde nicht wusste, wo er schauen muss. Das liegt natürlich jetzt auch ein bisschen am Kunde wieder, da haben wir wieder der Punkt, das ist wieder die Schnittstelle. Und deswegen sage ich immer so: Optimieren ist wichtig. Optimieren geht nicht heute los, sondern eine Wärmepumpe optimierst du die nächste Zeit.
BENE – 21:51
Also, das ist nicht nur mein Lieblingswort, die „Transparenzoffensive", sondern du lebst es auch mit deinen Kundinnen und mit deinen Kunden. Gibt es einen Fall, Patrick, wo jetzt jemand zu dir kommt und sagt „Hey, ich will eine Wärmepumpe“, wo du dann sagst „Halt, stopp – Wärmepumpe lohnt sich für dich finanziell, wirtschaftlich nicht.“
PATRICK – 22:09
Also, das ist eine schwierige Frage von dir, weil ich habe dir von vorhin schon gesagt, für mich lohnt sich eine Wärmepumpe immer. Technisch immer. Aber die Frage ist jetzt, wie sieht das wirtschaftlich aus bei älteren Leuten? Oder es gibt natürlich auch Menschen, die weniger, also ich frage auch jeden: Seid ihr euch sicher, dass ihr das euch leisten könnt? Also diese, wo du sagst, wir sprechen nicht von 20.000, das ist ja nur mal, nur mal die Anlage, da kommt ja noch vieles dazu. Also, ich glaube die meisten Angebote, was ich so draußen sehe, wenn ich irgendwo irgendwas mache, liegt immer bei 35 bis 40.000 € – und das ist mal eine Hausnummer.
BENE – 22:41
Das ist viel Geld.
PATRICK – 22:43
Das ist viel Geld. Vor allem, du musst es ja monatlich abstottern. Das muss man einfach noch mit dazu sehen. Genau darum sage ich mal so – keine Ahnung, also, ich persönlich habe jetzt noch nie einen Fall gehabt, wo ich dem Kunden nicht empfohlen hätte, eine Wärmepumpe einzubauen. Also, wirklich, wie gesagt, ich hatte ja auch Senioren, wo ich gesagt habe, überlegen wir uns das, haben wir uns mit den Kinder zusammen gehockt, haben dann gesagt: Wie sieht das aus, wollt ihr das Haus in Zukunft haben? Ist ja auch verkaufstechnisch gesehen, wenn eine alte Ölheizung drin ist, kostet es, kannst du das Haus anders verkaufen,
BENE – 23:15
Das hat einen anderen Wert einfach.
PATRICK – 23:16
Das muss man einfach dazu sehen. Also, deswegen sage ich gleich vorneweg es gibt den, das ist wirklich, wie gesagt, unabhängig. Also, ich habe jetzt noch keinen gehabt.
BENE – 23:23
Also, was ich daraus mitnehmen ist A) – wenn ich so salopp formulieren darf – du bist einfach eine ehrliche Haut. Du gehst einfach an den Tisch mit allen, die zusammengehören bei einem Umbau von einem Haus und ihr guckt es euch einfach arg individuell auch einfach an. Und ihr sprecht, du sprichst einfach ganz viel mit deinen Kunden.
PATRICK – 23:44
Muss ich. Wie gesagt, ich bin, also, ich bin ja tatsächlich sehr viel im Service. Also, das heißt ich sehe das eher was viel, viel krasser ist, gerade im Altbau. Viele meiner Kollegen bauen es ein und kümmern sich dann nicht mehr drum. Und ich habe rund 185 Wartungskunden pro Jahr im Durchschnitt. Und ich kann euch gleich sagen, ich kenne ganz viele, die ich übernommen habe. Ich habe von einem ganz großen Hersteller – Haushersteller – die Kunden bekommen, weil die Firma, die das eingebaut hat und nicht weiter gemacht hat. Das heißt, sie haben es eingebaut und die Kunden stehen da, haben keine Einweisung, gar nichts. Jetzt komme ich nach zwei, drei Jahren und die Kunden, das ist das, was ich von Anfang an gesagt habe: Irgendwann werden uns die Kunden mal sagen „Hey, das ist nur eine Stromheizung und keine Wärmepumpe.“ Und ich sehe es draußen. Es ist teilweise tatsächlich wirklich eine Stromheizung, aber aus dem Grund, nicht weil die Wärmepumpe – wo wir wieder sind – nicht die Wärmepumpe ist schuld, sondern der Kunde bzw. Installateur. Und deswegen Wartung ist zum Beispiel ganz, ganz wichtig und gerade beim Altbau ist Wartung eins der Wichtigsten. Lieber einmal öfters hinfahren und deswegen: Online – also draufschalten. Ich bin bei ganz vielen Kunden auch draufgeschalten. Ich habe insgesamt 20 Kunden, wo ich jeden Tag draufschauen könnte, jetzt sofort. Und deswegen sage ich, weil die einfach mir auch so vertrauen. Ich kann natürlich auch rumstellen, aber das ist natürlich Vertrauenssache.
BENE – 24:59
Ah, wir können es jetzt bei deinem Kunden eine Spur wärmer einstellen.
PATRICK – 25:03
Oder kälter – er zahlt die Rechnung nicht. Nein, alles gut. Aber wie gesagt, das ist auch ganz, ganz wichtig, dass wir das genau auch so machen.
MARINA – 25:11
Weil du auch jetzt gerade gesagt hast mit der Wartung, also jetzt habe ich die Wärmepumpe beispielsweise eingebaut und du sagst ja lieber einmal mehr kommen als weniger. Wo würdest du denn die Empfehlung abgeben, wie oft eine Wärmepumpe gewartet werden sollte?
PATRICK – 25:22
Also, grundsätzlich mal im ersten Jahr. Nach dem ersten Jahr einfach mal zu gucken, wie sieht es aus, optimieren. Da kommen wir wieder an den Punkt. Wir leben mit der Wärmepumpe. Optimieren, optimieren, optimieren. Das heißt mal schauen, was kann man machen? Und dann kommt es jetzt ein bisschen darauf an: Wie steht die Wärmepumpe? Was habe ich für eine Wärmepumpe? Da kann ich es jetzt nicht so sagen. Also, ich empfehle meinen Kunden tatsächlich spätestens alle zwei Jahre. Also, ich habe kaum einen Wartungskunden, der wirklich, ja, länger braucht. Also, ich habe zwei, drei Kunden, wenn du das überlegst, 185 Wartungskunden, PATRICK & MARINA davon würde ich mal behaupten, sind 160 jährlich. Okay. Wow. Und der Rest ist zwei jährlich, weil die halt einfach – oder die machen selber. Ich habe auch Kunden, die können auch selber die Wartung, also gewissen Teile, selber machen, weil es ist ja nicht viel. Die optimieren, aber dennoch, die holen mich trotzdem, um zu gucken. Also, die holen mich alle zwei Jahre, um nochmal zu optimieren. BENE & MARINA Es scheppert. Ja, es scheppert im Hintergrund.
BENE – 26:18
Wir sind halt im ProfiStore. Ja, hier muss gearbeitet werden. Hier müssen Dinge an den Mann gebracht werden. So, jetzt hat es so gedonnert, hier im ProfiStore, jetzt haben wir kurz Pause machen müssen. Patrick, Frage an dich – und dann würde ich diesen Komplex “Technik / Wirtschaft” gerne zu machen – weil du es vorhin angesprochen hast: Du bist ehrlich mit den Leuten und dir ist das ein oder andere Mal, ist es dir einfach auch schon vorgekommen, dass ein Kollege von dir eingebaut hat, damit es eingebaut ist? Ja, jetzt unterstellen wir niemandem was Böses. Ich würde von dir gerne einfach nur – vielleicht als Hinweis, als Tipp an deine Kollegen – welche Fehler können bei der Installation denn vermieden werden, die dann später im Betrieb zu Problemen führen?
PATRICK – 26:56
Dass viele nicht nach, es gibt ja ein System, also jeder Hersteller hat ja ein System, nachdem du baust, aus einen Plan, das ist – und nach diesem Plan sollten bitte auch alle einbauen. Ich sehe ganz oft, dass irgendwelche Ideen von irgendwelchen alten Installateuren kommen und dann machen sie… Und ganz, ganz wichtig, was auch ganz, ganz wichtig ist: Nicht was wir schon immer gemacht haben, machen wir jetzt weiterhin, sondern jede Wärmepumpe ist ein individuelles Projekt. Das heißt, nur weil aus der Wärmepumpe vielleicht hinten ein Zoll aus der Wärmepumpe rauskommt, heißt es nicht, dass die weitere Leitung ein Zoll ist, sondern wir sprechen hier schon von größeren Dimensionen. Wir sprechen von Wärmemenge. Ich sage immer wieder die beste Formel, mal schauen – kennst du die Installationsformel? Nein. Q=m⋅c⋅ΔT, ganz wichtig. BENE / PATRICK Jetzt hat er mich vorgeführt. Also, diese Form sollte jeder im Kopf haben. Das heißt…
BENE – 27:48
Sag sie nochmal.
PATRICK – 27:49
Q=m⋅c⋅ΔT. Das heißt, ich muss die Wärmeenergie irgendwohin bringen über den Massenstrom. Deswegen, wenn das Rohr zu klein ist, habe ich einfach das Problem, dass ich dann den Massenstrom nicht weiter bringe. So, und deswegen ist das ganz, ganz wichtig für mich. Fehler – einfach lieber zu groß dimensioniert von den Rohren – also nicht Wärmepumpe – von den Rohren, das macht überhaupt nichts, als zu klein dimensioniert. Und das ist einer der größten Fehler. Ganz, ganz oft, wo es immer heißt „Das passt schon“. Oder: Kosten sparen, das ist alles in Ordnung. Nein. Und ganz, ganz wichtig auch ganz viele Sachen einbauen. Schlammabscheider, Magnetitabscheider, Luft… Ja, da gibt es so viele Dinge. Baut sie bitte alle ein. Das große Problem ist – und jetzt kommen wir mal ein bisschen in meinen Bereich Berufsschule rein – ich sage immer gerne eins – Das große Problem ist: Viele wissen gar nicht, wie eine Wärmepumpe funktioniert. Die haben keine Ahnung, bauen die einfach ein. Wenn ich meine Schüler frage wie funktioniert das? Die wissen das gar nicht immer. Ich höre immer nur „wie ein umgedrehter Kühlschrank“. Dann frage ich: Und wie funktioniert ein Kühlschrank?
BENE – 28:48
Habe in der BILD-Zeitung auch mal so gelesen.
PATRICK – 28:50
Genau. Dann sage ich immer: Leute, ja, es ist leider anders. Und deswegen ist es für mich ganz, ganz wichtig: Akzeptiert, dass eine Wärmepumpe nicht eine Gasheizung und nicht eine Ölheizung ist. Das ist ein eigener Energieversorger in dem Sinne, der ganz komplex ist. Also, eine Wärmepumpe ist eine komplexe Anlage und die kann ich nicht so einfach mal so “schnipp-schnipp” in zwei, drei Tagen bauen. Keine Ahnung. Vier, fünf Tage vielleicht. Es kommt auch wieder aufs, ich sage jetzt, aufs Projekt drauf an, aber definitiv: Jede Wärmepumpe ist eigens.
BENE – 29:20
Marina, du hast uns zum Ende hin noch was Scharfes mitgebracht.
MARINA – 29:24
Ich habe noch was, genau, Scharfes mitgebracht. Was “quick and dirty” quasi. Und zwar zum Ende des Gesprächs haben wir eine Rubrik, die nennt sich Quicktipp. Und da stelle ich dir jetzt eine Frage und würde dich bitten, oder wir würden uns wünschen, dass es einfach so ganz.…
PATRICK – 29:38
Klack. Das soll ich machen? Ich!?
MARINA – 29:41
Also, sag mir Bescheid, wenn du bereit bist. Quicktipp. Wie kann der Fachbetrieb vermeiden, für Planungs- und/oder Effizienzprobleme verantwortlich gemacht zu werden?
PATRICK – 29:58
Ja, kurz.
BENE – 30:01
Wir haben in sprachlos gemacht.
PATRICK – 30:03
Grundsätzlich, also wirklich sinnvoll, mit Apps zu arbeiten und mit dem Hersteller gemeinsam zu arbeiten. Das wäre meine, also wirklich, wie gesagt, nutzt Apps, es gibt genügend draußen, gute Apps und es gibt wirklich, jeder Hersteller hat auch wirklich seine Infos. Deswegen…
MARINA – 30:19
Okay, super, vielen Dank.
BENE – 30:21
Das war unser Quicktipp! Patrick. Also, wir sind, also, du bist ja Podcast-Papst – schon ich habe dich vorhin ja schon Podcast-Papst genannt – und jetzt ist es ja für Marina und mich, wir haben ja jetzt noch nicht so viele Podcastfolgen gemacht, aber jetzt möchte ich es von dir wissen, am Ende von der Folge: War in Ordnung? Hast dich wohlgefühlt? Haben wir dir ein gutes Gefühl gegeben?
PATRICK – 30:40
Es hat auf jeden Fall Spaß, vor allem mit dieser ich sage jetzt mal, dieser Optik hinter mir, das finde ich cool. Einfach, weil es einfach authentisch ist. Ja, es macht auf jeden Fall Spaß. Es ist ein anderes Format. Ich erkläre halt immer ganz gerne einfach wirklich viel. Oder ich habe auch schon viele Podcasts gemacht, auf Messen, auf alles. Wir haben alles schon hinter uns gehabt. Und ja, es macht auf jeden Fall Spaß und ich finde so, ich mache sehr viele Online-Podcasts, das ist natürlich cool, aber jetzt so mal wieder Offline-Podcast ist auch ganz nett. Also, ich freue mich wirklich oder mich hat es gefreut, dass ich wirklich hier sein durfte und das auch mitmachen durfte.
BENE – 31:12
Also ich, ich glaube…
PATRICK – 31:15
Und ihr dürft gerne mal, auch mich noch mal holen, für andere Themen.
MARINA – 31:19
Ja, sehr gerne.
BENE – 31:20
Also, das ist das Versprechen von Patrick Stimpfle: Er kommt immer und immer wieder. Wir können mit dir über deine Sportkarriere sprechen. Wir können über alles reden. Ich finde – also ich kann mir das gut vorstellen mit dir in der Berufsschule. Also, ich glaube, ich hätte dir auch gerne zugehört in der Berufsschule.
PATRICK – 31:33
Weiß ich nicht.
BENE – 31:35
Doch. Ich glaube aber, dass du ein bisschen – bisschen streng bist du aber glaube ich auch, oder?
PATRICK – 31:41
Grundsätzlich mal so, also, ich stelle mich immer grundsätzlich vor mit: Herr Stimpfle. Vorname Herr, Nachname Stimpfle. Das ist schon mal das Erste. Und das Zweite ist, es gibt nicht viel. Also, ich rede auch sehr viel. Also, ich habe sehr viele, ja ich sag mal Selbstgespräche, weil ich muss ja auch mit kompetenten Menschen reden. Also, das erkläre ich meinen Schülern schon auch. Also, ja, das ist auch der beste Ansprechpartner, also nein. Also, ich versuche meinen Schülern, ich sage immer grundsätzlich, es gibt eine gewisse Hierarchie. Ganz kurz, das machen wir schnell. Und es gibt eine gewisse Hierarchie zwischen ich sage jetzt immer „Meister“ und „Lehrlingen“, okay, und ich bin da sehr altmodisch aufgezogen worden, bin da auch immer noch in dem Thema dabei. Für mich gibt es das „Sie“ und „Du". Da habe ich ein bisschen Problem, weil wie gesagt, noch mal „Du Aschlch“ und „Sie Aschlch“ sind zwei verschiedene Punkte. Das ist einfach so und ich sage ganz ehrlich, es muss auch eine gewisse Distanz zwischen Ausbilder, also ich sage jetzt nicht Lehrer, ich bin auch kein Lehrer, sage ich auch immer wieder zu meinen Schülern, zwischen Ausbildern und Schüler geben. Und deswegen – ja, ich bin schon fordernd, nennen wir es so.
BENE – 32:48
Und wir waren per Du. Wir haben uns heute das erste Mal persönlich gesehen. Wir waren gleich per Du.
MARINA – 32:56
Wir waren gleich per Du. Und ja, fordern und fördern ist ja auch auf jeden Fall sehr wichtig. Also definitiv, wenn es sich so die Waage gibt, ist es doch wunderbar.
BENE – 33:03
Und Grüße an deine Berufsschüler.
MARINA – 33:05
Also von uns auch viele Grüße. Viel Spaß beim weiteren Lernen mit dem Herr Stimpfle.
BENE – 33:10
Er ist ganz umgänglich. Es ist alles in Ordnung. Nur wenn er stumm in die Ferne guckt und man nicht weiß, wo schaut er denn hin, dann ist es vielleicht manchmal seine smarte Brille, mit der er telefoniert oder sonst irgendwas macht. Also, Patrick, vielen, vielen Dank, dass du heute bei uns gewesen bist, dass du den Weg zu uns nach Gräfelfing hier zu Richter+Frenzel gemacht hast. Mir hat es viel Spaß gemacht.
MARINA – 33:32
Mir hat es auch total viel Spaß gemacht. Danke dir. Ja, was bleibt uns – bzw. mir jetzt da noch zu sagen, außer: Der Patrick hat ganz schön abgeliefert.
BENE – 33:40
Ich finde auch, absolut abgeliefert. Wir sagen an unsere Zuhörerinnen und Zuhörer, ja, bis zur nächsten Lieferung und der Rest, der ist Handwerk.
BENE – 33:41
Und bevor ihr den Hahn abdreht, noch ein kurzer Hinweis von uns: Wir freuen uns sehr über euer Feedback zu dieser Folge. Welche Themen aus der SHK-Welt interessieren euch? Welche Fragen sollen wir uns in Zukunft genau anschauen?
Oder gibt es vielleicht sogar jemanden aus der Branche, den wir unbedingt mal zu Gast haben sollten?
MARINA
Schreibt uns daher gerne eure Anregungen, Fragen oder Wünsche.
Wir freuen uns auf den Austausch mit euch.
Ihr erreicht uns per E-mail unter podcast@r-f.de, direkt hier im Podcast oder über unsere Social-Media-Kanäle.
Alle Links findet ihr wie immer in unseren Shownotes.
BENE
Danke, dass ihr reingehört habt und bis zur nächsten Folge von
MARINA / BENE
"Hör mal, wer da liefert".