MUSTERBAUORDNUNG

Warum Brandschutz

Der vorbeugende bauliche Brandschutz ist gesetzlich in den Länderbauordnungen (LBO) verankert. Grundlage nahezu aller Länderbauordnungen ist die Musterbauordnung (siehe Auszug Zusammenfassung MBO 2002).

Die folgenden Auszüge beschreiben lediglich einen kleinen Teil der Musterbauordnung 2002. Sie sollen die Randbedingungen in Bezug auf den vorbeugenden baulichen Brandschutz verdeutlichen und als Entscheidungsgrundlage zur Planung für Architekten, Fachplaner sowie Fachhandwerker dienen.

Auch wenn die Musterbauordnung (MBO) in der Fassung November 2002 noch nicht in allen Bundesländern in das jeweilige Landesrecht als Landesbauordnung baurechtlich eingeführt wurde (vgl. Abbildung 1, Seite 10), ist sie dennoch aufgrund des Paragraphen §1 Abs. 1 auf alle Leitungsanlagen innerhalb von Gebäuden anzuwenden, da diese und deren Komponenten sowohl bauliche Anlagen als auch Bauprodukte darstellen:

MBO 2002, §1 Abs. 1: Anwendungsbereich

„Dieses Gesetz gilt für bauliche Anlagen und Bauprodukte. Es gilt auch für Grundstücke sowie andere Anlagen und Einrichtungen, an die in diesem Gesetz oder in Vorschriften aufgrund dieses Gesetzes Anforderungen gestellt werden.“

Als wesentliche Schutzziele werden in der MBO 2002 die §3 und §14 herausgezogen:

MBO 2002, §3 Abs. 1: Allgemeine Anforderungen

„Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere Leben, Gesundheit und die natürlichen Lebensgrundlagen, nicht gefährdet werden.“

Absatz 1 des §3 der MBO 2002 nimmt alle Personengruppen, die bei der Errichtung und Instandhaltung eines Gebäudes beteiligt sind, in die Pflicht. Diese allgemeinen Anforderungen, die im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht gelten, werden im §14 an den Brandschutz konkretisiert:

MBO 2002, §14: Brandschutz

„Bauliche Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch (Brandausbreitung) vorgebeugt wird und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind.“

Aus dem Vorgenannten ergeben sich somit folgende Schutzziele, die unbedingt von allen am Bau beteiligten Personen (z.B. Architekten, Fachplaner, Fachhandwerker, Gebäudebesitzer und -betreiber) einzuhalten sind:

  • Die Entstehung eines Brandes und die Ausbreitung von Feuer und Rauch verhindern
  • Die Rettung von Menschen und Tieren bei einem Brand ermöglichen
  • Wirksame Löscharbeiten ermöglichen

Wir raten daher, dass Fachhandwerker, Fachplaner und Architekten die Anforderungen an den Brandschutz in der Planung, Ausschreibung und natürlich auch in der Ausführung mit berücksichtigen und einfließen lassen.

Auch die VOB-C 2002-12 schreibt in den „Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen“ (ATV) der Gewerke, die detaillierte Ausschreibung aller Maßnahmen für den vorbeugenden baulichen Brandschutz in Menge und Beschaffenheit als eigenständige Leistungsposition (= besondere Leistung) vor. Eine Ausschreibung der Abschottungsmaßnahmen im Rahmen der Vorbemerkungen ist somit nicht mehr der VOB-C entsprechend!

Gebäudeklassen nach MBO 2002

In der MBO 2002 werden im Paragraph §2 Gebäude aller Art, wie z. B. Wohn-, Büro- und Verwaltungsgebäude sowie industrielle Bauwerke, Gebäudekomplexe und Sonderbauten beschrieben und in verschiedene Gebäudeklassen unterteilt. Die Anforderungen an die Bauteile dieser Gebäude, wie z. B. an Wände oder Decken in Kellergeschossen oder in Obergeschossen sowie an Wände von Flucht- und Rettungswegen, ist hierin festgelegt. Diese Anforderungen an die technische Gebäudeausrüstung, d.h. an Decken- und Wanddurchführungen mit Rohrleitungen oder Kabelanlagen, sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt und dargestellt:

Was beinhaltet die MBO (Musterbauordnung)

MBO 2002 § 14

… bauliche Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch vorgebeugt wird und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind.

Entsteht ein Brand in einer Nutzungseinheit oder Wohnung, kann dies oft nicht verhindert werden. Aber die Ausbreitung in andere Nutzungseinheiten gilt es zu verhindern.

Für alle Installateure haustechnischer Anlagen, bedeutet das:

„daß in haustechnischen Anlagen grundsätzlich Brandschutzmaßnahmen erforderlich sind, wenn feuerwiderstandsfähige, raumabschließende Bauteile von Leitungen durchquert werden“

Faustregel:

Grundsätzlich gültig bei jedem Gebäude mit mehr als 3 Vollgeschossen, mit zwei Nutzungseinheiten und mehr sowie bei allen Sonderbauten wie Hotels, Versammlungsstätten, Sportstätten, Schulen, Krankenhäuser und Hochhäuser.

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